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Erfahrungsberichte
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„Guten Morgen Schatz, ich glaube es ist soweit.“
So weckte ich meinen Mann als meine Wehen nur noch alle 5 Minuten kamen. Anfangs war ich noch verunsichert ob es jetzt „die“ Wehen sind, doch ein heißes Bad verriet mir sofort: es geht los. Schnell noch die Zahnbürste eingepackt, ging es auch schon los ins örtliche Krankenhaus. Während der Fahrt kamen die Wehen bereits alle 3 bis 4 Minuten. Im Krankenhaus angekommen, wurde ich von einer Hebamme empfangen und sogleich an das CTG für 20 Minuten angeschlossen, um festzustellen, ob es jetzt wirklich soweit ist. Und das war es auch.
Ich durfte sogleich in meinen Kreissahl einziehen und mir es in diesem riesigen Bett „gemütlich“ machen. Ich bekam ein rosa Nachthemd, ein großes Kissen als Stütze für meinen Bauch, sowie genügend stilles Wasser. Die Schmerzen wurden ab diesem Zeitpunkt immer stärker. Jetzt wird es ernst, dachte ich mir nur. Der Wehenschreiber schlug jedesmal aus, wenn eine neue Wehe kam. So konnte ich mich vorbereiten und meine Atmung darauf einstellen. „Langsam, ruhig und nicht zu tief“, hatte die Hebamme gesagt. Ich tat alles was diese freundliche fremde Frau im weisen Kittel mir riet und konzentrierte mich auf den Schmerz und meine Atmung. „Wer nicht mitarbeitet, bleibt sitzen“, hieß es früher in der Schule. Ich wollte keinesfalls länger als nötig in diesem Bett verbringen. Mein Mann war etwas verunsichert, weil ich in den 5 Stunden der Eröffnungsphase keinen Ton von mir gegeben habe. Später schrieb er auf seine Homepage: „Als Mann kann man nicht wirklich viel machen, außer halten. Die Hand, den Waschlappen oder den Mund.“ Aber dafür bin ich ihm immer dankbar. Durch meine geburtsvorbereitende Akkupunktur öffnete sich mein Muttermund sehr schnell, so dass auch schon bald die ersten Presswehen einsetzten. Da sich meine Tochter entschlossen hatte, mit dem Gesicht nach oben auf die Welt zu kommen, dauerte ihre Geburt etwas länger. Hebammen nennen solche Kinder „Sternengucker“. Für uns beide bedeutete dies harte Arbeit. Für Sternengucker ist es schwieriger und anstrengender sich durch den Geburtskanal und vorbei an Steiß und Schambein zu arbeiten. Ich musste ebenfalls mehr Presswehen aushalten und öfters pressen als bei einer normalen Geburt. Aber auch das haben wir geschafft. Die Hebamme sagte was zu tun ist und ich habe ihr vertraut. So brachte ich dann endlich meine kleine Tochter zur Welt. Auch wenn Lotte anfangs noch etwas zerknautscht aussah und eine Beule auf den Kopf hatte, war sie für mich der hübscheste kleine Erdenbürger, den ich je gesehen habe. Endlich konnte ich sehen, wer mich 40 Wochen lang immer begleitete. Jetzt begleitet sie uns ein Leben lang und wir freuen uns darauf.
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