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Ab wann sollten Babys Schuhe tragen: Expertentipps zusammengefasst

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Bereits für Neugeborene sind im Handel niedliche Schühchen erhältlich, und spätestens, wenn das Baby laufen lernt, gelten Lauflernschuhe noch immer als ein Muss. Da die Füße aber noch weich und formbar sind und Kinder die natürlichen Bewegungsabläufe beim Stehen und Gehen erst erlernen müssen, können Babyschuhe oft mehr schaden als nutzen.

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Babyfüße brauchen Freiheit

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, ist seine körperliche Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen. Das gilt selbstverständlich auch für seine Füße, die dank des noch vorhandenen Fettgewebes noch eine flache Sohle haben. Erst später, wenn das Kind laufen lernt, bildet sich das Fußgewölbe heraus. Nur der bei Geburt noch vorhandene Greifreflex sorgt in der Anfangszeit dafür, dass sich der Fuß krümmt. Da die Knochen noch sehr weich und formbar sind und selbst vergleichsweise dünne und biegsame Fußbekleidungen die Bewegungsfreiheit des Fußes einschränken, raten Kinderärzte vom Kauf von Babyschuhen in der ersten Lebensphase ab. Zu groß ist die Gefahr, dass es durch die vorgeformten Schuhe zu Fehlstellungen, Durchblutungsstörungen oder späteren Fußproblemen kommt. Dass sich die Kleinen beim Tragen der Schuhe kein Unwohlsein anmerken lassen, ist leider kein Anzeichen dafür, dass diese passen, denn bis zum Grundschulalter sind Kinderfüße echt schmerzunempfindlich. Zum Schutz vor Kälte sind im Baby- und auch im Kleinkindalter weiche Söckchen vollkommen ausreichen.

 

Krabbeln und Laufen ohne Schuhe

Spätestens wenn das Baby mobil wird, wollen viele Eltern diese Entwicklung mit Krabbel- und Lauflernschuhen unterstützen. Allerdings sind diese beim Lernprozess eher hinderlich, denn das Kind muss erst ein Gefühl für den Untergrund und die Bewegungen des Fußes bekommen. Dies geht am besten, wenn es den Boden direkt spüren kann. Nur so werden die Nerven im Fuß stimuliert und die Fußmuskulatur trainiert. Auch das richtige Abrollen des Fußes will gelernt sein. Das klappt am besten, wenn die Bewegungsabläufe nicht durch einen festen Schuh eingeschränkt werden. Wie Orthopäden in Studien festgestellt haben, beugen selbst ältere Kinder den Fuß in einem Schuh bis zu dreißig Prozent weniger, als wenn sie barfuß laufen. Dies wirkt sich natürlich auch auf die anderen Gelenke und das Muskelgewebe in den Beinen sowie den gesamten Bewegungsapparat aus. Damit Babys beim Laufenlernen nicht auf glatten Fußböden ausrutschen, genügen weiche Stoppersocken vollkommen.

 

Gut zu Fuß in den ersten Schuhen

Erst wenn ein Kind nicht nur innerhalb der Wohnung läuft, sondern auch bereits im Freien auf zwei Beinen unterwegs ist, benötigt es tatsächlich Schuhe. Diese bieten nicht nur Schutz vor Nässe und Kälte, sondern vor allem auch vor Verletzungen. Deshalb sind auch im Sommer Schuhe sinnvoll, wenn sich das Kleinkind außerhalb geschützter Bereiche wie dem heimischen Garten in öffentlich zugänglichem Gelände bewegt. Allerdings sollten die Kinder, bevor sie in Schuhen ihre Umwelt erkunden, bereits sicher laufen können. Dies ist meist erst etwa acht Wochen nach den ersten freien Schritten der Fall. Außerdem sollten die ersten Schuhe noch möglichst flexibel sein und auf keinen Fall zu eng sein, damit die natürlichen Bewegungsabläufe nicht eingeschränkt werden und der Fuß sich nicht verformt.

 

Tipps für den Kauf der ersten Schuhe

Da gerade bei Kinderschuhen die Qualität von enormer Wichtigkeit ist, empfiehlt es sich, diese nur in einem guten Schuhgeschäft zu kaufen, wo Eltern auch professionell beraten werden können. Generell gibt es eine Vielzahl an Faktoren, worauf Eltern beim Kauf von Kinderschuhen achten sollten. Erfahrene Schuhverkäufer raten dazu, das Kind immer mitzubringen, damit es die Schuhe vor Ort anprobieren kann. Entscheidend ist nicht nur die richtige Länge, sondern auch die passende Weite. Auch der korrekte Sitz und ein sicherer Halt können nur festgestellt werden, wenn das Kind den Schuh trägt. Grundsätzlich sollte ein Schuh dem Fuß einen gewissen Spielraum gewähren. Zwischen Zehen und Schuhspitze sollten deshalb ein Abstand von etwa 15 mm sein. Um festzustellen, ob der Schuh passt, sollten Eltern sich nicht auf den alten Trick, vorne auf den Schuh zu drücken, verlassen. Dabei ziehen Kleinkinder nämlich reflexartig die Zehen zurück. Kinderärzte empfehlen vielmehr, bereits zu Hause eine Schablone des Fußes anzufertigen. Dafür wird das Kind auf einen dünnen Karton gestellt und der Umriss des Fußes nachgezeichnet. Diese Schablone kann dann im Geschäft in die Schuhe gelegt werden. Auch später ist die Schablone noch nützlich, da sie nur an den Fuß gehalten werden muss, um mit einem Blick sehen zu können, ob das Kind bald größere Schuhe benötigt.

Auch wenn die kleinen Schuhe hübsch anzusehen sind, braucht ein Baby sie nicht, um Laufen zu lernen. Sie können im Gegenteil sogar zu Gesundheitsschäden führen, wenn sie zu früh getragen werden. Erst wenn sich das Kind auch außerhalb des Hauses bewegt, überwiegen die Vorteile von Schuhen. Eine gute Passform ist dabei allerdings von herausragender Bedeutung.

   
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