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Der richtige Kindersitz für das Auto – Darauf ist zu achten

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Bei Autounfällen sind Kinder besonders gefährdet. Ihr Körper ist noch nicht voll entwickelt, weshalb der Rückhaltegurt sie nur in Verbindung mit einem Kindersitz vor Verletzungen schützen kann.  Eine große Bedeutung kommt hierbei der Auswahl des richtigen Sitzes zu. Es gibt unterschiedlichste Modelle mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen. Wir schauen uns im Folgenden einmal die wichtigsten davon an und finden heraus, welcher Sitz für welches Kind am besten geeignet ist.

Bildquelle: 429248 by Kraftprotz / pixelio.de

 

Die wichtigsten Faktoren bei der Auswahl des Kindersitzes – Größe und Gewicht

In der Straßenverkehrsordnung ist festgelegt, dass jedes Kind unter zwölf Jahren durch einen Kindersitz geschützt sein muss. Ältere Kinder dürfen ohne zusätzlichen Sitz im Auto Platz nehmen. Die Problematik bei dieser Bestimmung besteht darin, dass das Alter keine klaren Rückschlüsse auf den Entwicklungsstand des Kindes zulässt. Aus diesem Grund spielen bei der Auswahl des Sitzes vor allem die Körpergröße und das Gewicht eine Rolle. Das Alter sollte lediglich als Orientierungswert herangezogen werden.

Gewicht, Körpergröße und Alter sind in genau bestimmten Normgruppen zusammengefasst. Daran kann man leicht ablesen, welche Sitze für welches Kind infrage kommen und wie sie positioniert werden dürfen. Anbei ein Überblick:

 

Normgruppe Körpergröße Gewicht Alter Sitzrichtung
0 bis 0,75 m 0 – 10 kg 0 – 12 Monate Gegen Fahrtrichtung
0 bis 0,9 m 0 – 13 kg 0 – 24 Monate Gegen Fahrtrichtung
0+/I bis 1,0 m 0 – 18 kg 0 – 4 Jahre Gegen Fahrtrichtung
(ab 9 kg in Fahrtrichtung möglich)
I 0,75 – 1,0 m 9 – 18 kg 9 Monate – 4 Jahre in oder gegen Fahrtrichtung
II bis 1,25 m 15 – 25 kg 3,5 – 7 Jahre meistens in Fahrtrichtung
II/III bis 1,5 m 15 - 35 kg 3,5 – 12 Jahre in Fahrtrichtung
III bis 1,5 m 22 – 36 kg 6 – 12 Jahre in Fahrtrichtung

 

Wenn man sich auf Seiten wie http://www.kinderwagen.com/autokindersitz-kind/ nach einem passenden Kindersitz umsieht, findet man umfangreiche Angaben zu Normgruppen, Ergonomie, Komfort, Pflegeaufwand und Montage. Ein anschauliches Video rundet die Produktbeschreibung ab und zeigt gleich noch, wie der Sitz im Auto montiert wird.

 

Auf die Kompatibilität mit dem Fahrzeug und das Befestigungssystem achten

Kennt man die Normgruppe, sieht man in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs nach. Mitunter gibt es Einschränkungen oder bestimmte Empfehlungen für die Montage. Dabei spielt es auch eine Rolle, auf welchem Autositz der Kindersitz montiert werden soll. So dürfen Babyschalen beispielsweise nicht auf Beifahrersitzen abgestellt werden, wenn sich der Airbag nicht deaktivieren lässt. Weiterhin muss geklärt werden, ob der Sitz mit einem Dreipunktgurt oder mit IsoFix befestigt werden kann. Jedes dieser Systeme bietet Vor- und Nachteile und nicht jeder Sitz ist uneingeschränkt mit beiden kompatibel.

 

IsoFix-Befestigung

Vorteile:

  • besonders verlässlich
  • stabile Verbindung zwischen Sitz und Fahrzeugkarosserie
  • leicht anzubringen
  • zusätzlicher Stützfuß für mehr Sicherheit

Nachteile:

  • nicht jedes Fahrzeug ist mit dem System kompatibel
  • nicht alle IsoFix-Sitze sind mit jedem Gurt kompatibel
  • höherer Preis
  • höheres Gewicht

 

Kindersitz und Sicherheitsgurt

Vorteile:

  • zuverlässig bei richtiger Anbringung
  • flexibel, mit verschiedensten Fahrzeugtypen kompatibel

Nachteile:

  • Viele Eltern fixieren den Sitz nicht korrekt
    mit dem Gurt. Dadurch besteht bei Unfällen
    ein erhöhtes Sicherheitsrisiko.

 

 

Beispielanleitung zum Einbau eines Kindersitzes

 

 

Auf das ECE-Prüfsiegel achten

Damit man sich beim Kauf sicher sein kann, ausschließlich hochwertige Qualität zu bekommen, muss man auf das ECE-Prüfsiegel achten. Alle Kindersitze, die mit diesem Siegel ausgestattet sind, haben ein amtliches Prüfverfahren durchlaufen, in dessen Rahmen ihre Tauglichkeit festgestellt wurde. Hierbei ist zu beachten, dass die Voraussetzungen für das ECE R44 Siegel immer wieder an die aktuelle Technik angepasst werden. Aktuell stehen die Prüfsiegel ECE R44/03 und ECE R44/04 für sichere Technik (Stand: 2015). Kindersitze mit den alten Siegeln R44/01 und R44/02 dürfen nicht mehr vertrieben werden.

 

Vor dem Kauf Testberichte konsultieren

Ehe man die Entscheidung für oder gegen einen Kindersitz trifft, sollte man sich mit aktuellen Testreihen von ADAC und Stiftung Warentest beschäftigen. Hier kann man sich aus einer Hand über die zuverlässigsten Kindersitze des Jahres informieren. Vertreten sind dabei alle wichtigen Hersteller wie z. B.:

  • Römer
  • Recaro
  • Cybex
  • Chicco
  • Cibcird
  • Hauck
  • Jane
  • Kiddy
  • Peg Perego

Wenn man sich unter den getesteten Kindersitzen aus dem Jahr 2014 umsieht, kann man erst einmal beruhigt sein. 18 der 28 Modelle schnitten mit dem Gesamtergebnis „gut“ ab. In jeder Altersgruppe gab es darüber hinaus einen Sitz, den die Stiftung Warentest und der ADAC besonders empfohlen haben. Die Testsieger im Jahr 2014 sind: 

  • Recaro Privia & Recaro Fix

  • Concord Ultimax 2

  • Chicco Oasys 1 Isofix

  • Römer Kidfix XP

Absoluter Spitzenreiter unter allen getesteten Kindersitzen ist der Recaro Privia & Recaro Fix. Diese Babyschale liegt in puncto Sicherheit sogar deutlich über den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestangaben. Deshalb wurde sie auch mit dem Prädikat „sehr gut“ ausgezeichnet. Auf der anderen Seite der Skala finden sich Kindersitze wie der Design Risus & Risus Isofix Base“. Der ADAC bewertete dieses Modell mit „mangelhaft“, weil es sehr schlechte Werte bei den Frontal- und Seitenaufpralltests aufwies.

Fazit:Insgesamt fiel das Ergebnis des ADAC-Tests deutlich positiv aus. Das lag nicht zuletzt darin begründet, dass die Schadstoffbelastung bei allen Sitzen sehr gering war. 23 der 28 getesteten Sitze wurden hier mit der Bestnote „sehr gut“ ausgezeichnet. Von Seiten des ADAC sieht man in dieser Entwicklung ein positives Signal dafür, dass sich die Bemühungen und Forderungen der letzten Jahre gelohnt haben. 

Zu guter Letzt: Der Sitzkomfort

Bei all diesen Kriterien darf eine Sache aber niemals vergessen werden. Das Kind soll sich in dem Sitz wohlfühlen. Das heißt, dass er gut gepolstert und ergonomisch geformt sein muss. Es empfiehlt sich deshalb in jedem Fall, den Sitz vorher auszuprobieren. Auch wenn man den Sitz online bestellt, sollte das Kind vorher einmal darin probesitzen. Sitzt es darin entspannt und bequem und erfüllt der Sitz auch sonst alle Anforderungen, steht einem Kauf nichts mehr im Wege. 

Bildquelle: 266040 by Albrecht E. Arnold / pixelio.de

   
   
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