Thema Babypflege

Hygiene im ersten Lebensjahr: Wertvolle Tipps

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Kommt das Baby nach neun langen Monaten endlich gesund zur Welt, beginnt für Eltern eine schöne und zugleich verunsichernde Zeit. Immerhin müssen sie trotz aller Ratgeber und Gespräche erst lernen, mit dem kleinen Menschen umzugehen und wollen ihm dabei keinesfalls schaden. Auch im Hinblick auf Hygiene während des ersten Lebensjahrs sind sich viele Mütter und Väter nicht sicher, was wirklich nötig ist. Ein Überblick hilft.


Sicher und gesund: Hygiene spielt im ersten Lebensjahr eine besondere Rolle. (Quelle: Ana Tablas on Unsplash)

Fläschchen und Hände müssen sauber sein

In den ersten Lebensmonaten muss sich das Immunsystem eines Babys Schritt für Schritt an die Umgebung mit all ihren Verunreinigungen und potenziellen Krankheitserregern gewöhnen. Sowohl die Aufnahme der ersten Keime während der Spontangeburt als auch der sogenannte Nestschutz im Rahmen der Stillzeit helfen dabei und schützen vor Infekten. Dennoch ist es sinnvoll, Säuglinge und Babys nicht jedem Risiko auszusetzen, denn gegen manche Gefahren kann sich das noch junge Immunsystem kaum wehren.
Im Kontakt mit Händen von Verwandten gilt daher: Zuerst desinfizieren, dann kuscheln. So wird die Keimzahl effektiv verringert und das Risiko, einen riskanten Erreger auf das Baby zu übertragen, gesenkt. Darüber hinaus lohnt es sich, erkrankte Familienmitglieder oder Freunde keinen direkten Kontakt zum Baby zu gestatten. Im Falle von Herpes, Magen-Darm-Infekten oder Kinderkrankheiten wie Windpocken ist das umso wichtiger.
Geht es um Babys Fläschchen und wird das Kind nicht gestillt, oder erhält es Zusatzmahlzeiten, so müssen Sauger und Flaschen regelmäßig gründlich gereinigt und sterilisiert werden. Grund hierfür ist die Tatsache, dass sich in Milchresten pathogene Keime wie Listerien oder auch Salmonellen vermehren können. Bei der nächsten Milchmahlzeit nähme das Baby dann diese Keime auf und würde möglicherweise erkranken.

Wichtig: Es genügt nicht, Flaschen und Sauger lauwarm auszuwaschen, da manche Keime diesen Vorgang mühelos überstehen. Bei großer Hitze im Sterilisator aber herrscht nach wenigen Minuten Sicherheit.

Schlafumgebung: Auch hier tut Hygiene gut

Der nächtliche Schlaf ist ein Thema, das Eltern ohnehin stark beschäftigt. Nicht immer sind die Nächte während des ersten Lebensjahres angenehm ruhig und oft braucht es Anpassungen der Erstausstattung, um gesunden Schlaf zu gewährleisten. Die Schlafumgebung sollte dem eigenen Baby Sicherheit und zeitgleich ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln. Gerade der plötzliche Kindstod bereitet vielen Eltern Sorge, weshalb sie sich vor der Einrichtung des Bettchens gründlich informieren.

Abgesehen von den Grundregeln rund um eine sichere und gesunde Schlafumgebung spielt auch Sauberkeit im Bettchen eine wichtige Rolle. Immerhin sind Babymatratzen genau wie größere Modelle aus Textilfasern gefertigt und können Verunreinigungen entsprechend leicht und dauerhaft aufnehmen. Ist die Windel in der Nacht einmal nicht richtig dicht, spuckt das Baby etwas Milch auf das Laken oder schlägt im ersten Jahr doch einmal ein Infekt zu, sollte die Schlafunterlage zügig gesäubert werden können.

Daher empfiehlt es sich, die Kindermatratze im Bettchen zusätzlich zu schützen. Matratzenauflagen für Kinder in Form von Stecklaken haben sich hier bewährt, denn sie können schnell festgesteckt und wieder entfernt werden. Zur Sicherheit des Babys ist es wichtig, ein solches Laken unter das Spannbetttuch zu legen und dieses sicher zu befestigen. So wird einem Verrutschen in der Nacht vorgebeugt. Für den Ernstfall sollten mehrere Auflagen bereitliegen. Dann ist es nicht nötig, den Trocknungsvorgang nach dem Waschen abzuwarten und das Bett kann direkt wieder bezogen werden.

Unterwegs: Sauber bleiben ohne Waschbecken

Eltern können mit ihrem Baby selbst verständlich nicht immer zuhause bleiben. Mit dem Kinderwagen die Welt zu entdecken, zum Einkaufen zu gehen und sich mit Freunden zu treffen, bereitet jungen Familien viel Freude und bringt Abwechslung in den oft stressigen Alltag mit Baby. Unterwegs machen sich Eltern jedoch oftmals Sorgen um die Hygiene in der Umgebung.
Öffentliche Wickeltische sind dabei ein Platz, an dem sich Eltern unwohl fühlen. Immerhin werden hier täglich viele Windeln gewechselt, was das Risiko der Übertragung möglicher Krankheitserreger ansteigen lässt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher stets ein Desinfektionsspray für Flächen sowie Hände, eine eigene Wickelunterlage sowie eigenes Zubehör dabeihaben. Auf diese Weise kann die Umgebung vor dem Wickeln gesäubert werden. Feuchte Tücher für die Hände helfen dabei, kleine Verunreinigungen zu beseitigen, wenn gerade kein fließendes Wasser in der Nähe ist.

Allergien und Hygiene: Zu viel des Guten?

So wichtig Hygiene im ersten Lebensjahr und auch später im Leben noch ist, sollten es Eltern mit der Sauberkeit nicht übertreiben. Schließlich benötigt das kindliche Immunsystem eine Umgebung, die ihm als Übungsfeld dient. Wer sein Kind akribisch vor Keimen, anderen Menschen und Schmutz beschützt, riskiert eine mangelnde Ausreifung der Immunabwehr. Dies kann sich dann später im Kindergarten in Form häufigerer Infekte rächen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass übertriebene Hygiene möglicherweise auch Allergien fördert. Hierauf weist lungenaerzte-im-netz.de hin und nennt zwei Faktoren: Einerseits könnten Bakterien dabei helfen, die Resistenz gegen Allergene zu stärken, andererseits befinden sich in vielen Putzmitteln sowie Desinfektionspräparaten allergieauslösende Substanzen. Es ist also vollkommen in Ordnung, wenn Boden, Stofftier und Sandschaufel nicht klinisch rein sind. Eltern sollten folglich zwischen echten Risiken und übermäßiger Sorge unterscheiden können. Dies fördert auch einen entspannteren Familienalltag.

   

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