Thema Betreuung

Elterngeld: So können Mama und Papa die ersten Wochen der Kleinen miterleben

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Es sind die ersten Wochen und Monate eines neuen Lebens, die ganz besonders sind. Frischgewordene Mamas und Papas wollen diese Zeit natürlich auskosten, denn wer möchte schon später sagen, man hätte das erste Lachen, das erste gezielte Greifen oder Krabbeln nicht mitbekommen, weil man auf der Arbeit saß? Fakt ist aber auch, dass ohne Hilfe die wenigsten Eltern es sich leisten können, vollends beim Kind zu bleiben. Wie gesagt: ohne Hilfe. Das Elterngeld bietet wahlweise einem oder beiden Elternteilen die Möglichkeit, das erste Lebensjahr des kleinen Wurms mitzuerleben. Dieser Artikel erklärt, was es mit dem Elterngeld auf sich hat.


Abbildung 1: die ersten Monate mit dem Kind verbringen: Das Elterngeld macht es möglich.


Wie funktioniert das Elterngeld?

Unter dem Elterngeld wird eine finanzielle Hilfe verstanden, die Eltern von Säuglingen und Kleinkindern hilft, die Kindesbetreuung eigenständig durchzuführen. Grundsätzlich soll das Elterngeld die finanzielle Lücke schließen, die durch das fehlende oder eingeschränkte Einkommen der Eltern entsteht. Elterngeld wird in drei Varianten angeboten, die miteinander kombiniert werden können:

  • Basiselterngeld - dieses gilt für eine Dauer von zwölf oder vierzehn Monaten. Teilen sich beide Eltern das Basiselterngeld auf, wird es beispielsweise 12+2 Monate gezahlt.
  • Elterngeld Plus - diese Variante ist ideal für Eltern, die weiterhin Teilzeit arbeiten gehen möchten. Die Grundlage des Elterngelds ist dieselbe, nur wird der Zeitraum bei derselben Gesamtsumme verdoppelt. Diese Variante kann jedoch auch ohne eine Arbeitsaufnahme genutzt werden.
  • Partnerschaftsbonus - er wird mit dem Elterngeld Plus kombiniert. Sollten sich beide Elternteile dazu entscheiden, in vier aufeinanderfolgenden Monaten beide zwischen 25 und 30 Wochenstunden zu arbeiten, gibt es einen Bonus. Das Elterngeld Plus wird nun um vier Monate verlängert.


Durch die Kombinationsmöglichkeiten aller Elterngelder haben Eltern allgemein eine freiere Hand bei der Kindesbetreuung und der Überlegung, inwieweit sie arbeiten gehen. So können Mütter durchaus zehn Monate das Basiselterngeld nutzen, während der Vater arbeiten geht. Nach den zehn Monaten entscheiden sich beide Elternteile, Elterngeld Plus für vier Monate zu beziehen - und erhalten im Anschluss noch den Partnerschaftsbonus.

Achtung: Durch das Mutterschaftsgeld, welches Mütter in Anstellung in den ersten beiden Monaten nach der Geburt enthalten, werden diese Wochen stets als Basiselterngeldzeit gezählt. Die Beantragung des Plus-Geldes ist somit erst ab Monat 3 möglich. Quelle: Elterngeld.de

Die Voraussetzungen und Höhe

Während das Elterngeld auch gezahlt wird, wenn zuvor kein Einkommen vorhanden war und es sich an dem Einkommen orientiert, ist es in der Höhe trotzdem gedeckelt. Zudem gelten Voraussetzungen für den Bezug:

  • Kind - der Bezieher muss das Kind erziehen und betreuen.
  • Wohnung - das Kind lebt im Haushalt der Eltern.
  • Wohnort - Elterngeld wird nur für in Deutschland lebende Familien gezahlt.
  • Arbeit - es wird gar nicht oder höchstens dreißig Wochenstunden gearbeitet.
  • Ausländische Eltern - Elterngeld wird nur für leibliche eigene Kinder oder die leiblichen Kinder des Ehepartners/Lebensgefährten gezahlt.

Grundsätzlich ist das Elterngeld nicht abhängig von der Art der Anstellung. Es wird also für Arbeitnehmer, Beamte, Selbstständige, Auszubildende, Studierende und Erwerbslose gezahlt. Ebenso spielt der Beziehungsstand keine Rolle, Alleinerziehende erhalten es somit ebenfalls. Und welche Höhe hat das Elterngeld?

Ein Überblick:

  • Basiselterngeld - monatlich erhalten Bezieher mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro.
  • Elterngeld Plus - da die Bezugszeit verdoppelt ist, wird der Betrag halbiert: 150 Euro bis 900 Euro.
  • Zusätze - es gibt Zuschläge für weitere im Haushalt lebende Kinder. Der Geschwisterbonus beträgt mindestens 75 Euro beim Basiselterngeld, höchstens jedoch 10 Prozent des  Bezugs. Die Geschwister dürfen nicht älter als drei Jahre, bei mehreren Geschwistern sechs Jahre, sein.

Wie hoch das Elterngeld tatsächlich ausfällt, hängt vom letzten Nettoeinkommen vor der Geburt ab. Die Berechnung erinnert ein wenig an die Zahlung des Arbeitslosengeldes oder des Krankengeldes, wobei sich der Prozentsatz anhand der Einkommenshöhe ausrichtet:

  • Normalwert - dieser liegt bei 65 Prozent des Nettoeinkommens. Als Maximalnetto gilt 2.770 Euro als oberste Grenze, was 1.800 Euro bedeutet.
  • Geringeres Einkommen - lag das Nettoeinkommen vor der Geburt unter 1.240 Euro monatlich, wird der Prozentsatz erhöht:
  • 1.200 - 1.240 Euro: Der Satz steigt Schritt für Schritt um 0,1 % an.
  • 1.000 - 1.200 Euro: In diesem Bereich werden 67 Prozent gewährt.
  • Unter 1.000 Euro: Der Satz steigt erneut langsam, bis er 100 Prozent erreicht. Die Steigerung ist 0,1 Prozent/je zwei Euro.
  • Kein Einkommen - nun wird der Mindestbetrag von 300,00 Euro gezahlt.

Beim Elterngeld Plus gibt es keine gesonderte Berechnung, doch wird es um 50 Prozent reduziert. Der Grund ist, dass das Elterngeld Plus für einen doppelt so langen Zeitraum genutzt werden kann, als das klassische Basiselterngeld. Hier hilft ein Elterngeldrechner.

Und was ist mit der steuerlichen Behandlung des Elterngeldes oder einer Anrechenbarkeit? Hier gilt, dass für das Elterngeld keine Steuern anfallen, es also nicht besteuert wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht unter den Progressionsvorbehalt fällt, bzw. die jährlichen Freibeträge ausschöpft. Bezüglich der Anrechenbarkeit auf andere Sozialleistungen wurde gerichtlich entschieden, dass das Elterngeld auf andere Sozialleistungen angerechnet wird, oder aber, die andere Leistung auf das Elterngeld angerechnet wird.

Wie wird Elterngeld beantragt?

Das Elterngeld muss eigenständig bei der Elterngeldstelle beantragt werden. Wo sich diese befindet, ist in jedem Bundesland unterschiedlich. Oftmals sind jedoch die Jugendämter oder Bezirksämter zuständig. Hier gibt es einige Tipps für Eltern:

  • Rechtzeitig - der Antrag ist recht ausführlich, daher sollte er vor der Geburt schon vorbereitet werden. Sind alle Anlagen vorhanden, fehlt nur noch die Geburtsurkunde.
  • Bearbeitungszeit - zwei Wochen nach Einreichung sollte einmal das Aktenzeichen erfragt werden. Es hilft, sich mit dem Mitarbeiter verbinden zu lassen und zu fragen, ob alle Unterlagen vollständig vorliegen. So lässt sich die Bearbeitungsfrist verkürzen.


Abbildung 2: Elterngeldleistungen helfen heute sehr vielen Familien.

Fazit – das Elterngeld lohnt sich

Unabhängig davon, ob Eltern ganztags daheimbleiben wollen oder aber die Arbeitszeit verkürzen möchten: Die Beantragung des Elterngelds lohnt sich. Es hilft Eltern, finanzielle Einbußen zu minimieren und sich voll und ganz auf das kleine Wunder, welches gerade bei ihnen eingezogen ist, zu konzentrieren.

 

Bildquellen:
Abbildung 1: @ MabelAmber (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: @ Peter Oslaec (CC0-Lizenz) / unsplash.com

   

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