Thema Erziehung

Babys Pucken - aber richtig!

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Nachdem wir bei unserem ersten Kind ca. einen Monat lang so gut wie keinen Schlaf bekommen haben (Zoe wurde nachts fast stündlich wach und konnte auch nicht sofort wieder einschlafen), sind wir auf die Idee gekommen, es einmal mit dem Pucken zu versuchen. Das hat wahre Wunder bewirkt! Unser zweites Kind haben wir dann von Anfang an gepuckt - und er hat wesentlich besser geschlafen, wurde von Anfang an nur zwei bis drei Mal wach pro Nacht und konnte auch immer wieder sehr schnell einschlafen.

 

Was ist pucken?

Pucken ist eine uralte Wickelmethode, die bei Säuglingen von Geburt an bis zu einem Alter von ca. drei Monaten angewandt wird. In verschiedenen Büchern zum Thema Schlafstörungen, sowie von vielen Hebammen wird diese Methode empfohlen. Das Pucken vermittelt Geborgenheit, die Bewegungen werden eingeschränkt und das Baby kann nicht durch unkontrollierte Bewegungen, Fuchteleien und Zuckungen (der so genannte Moro-Reflex) aus dem Schlaf gerissen werden. Wer wird schon gerne wach, weil er einen Schlag auf die Nase bekommen hat? Wink

Säuglinge können ihre Bewegungen noch nicht kontrollieren und vermissen die Enge und Wärme, die sie aus dem Mutterleib kennen.Das Pucken gibt ihnen diese vertraute Enge und vermittelt so das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, beruhigt das Baby und lässt es schnellerwieder einschlafen.

 

Wie wird richtig gepuckt?

Wir haben unsere Kinder immer mit einer Babydecke gepuckt. Mittlerweile gibt es auch spezielle Puckschlafsäcke, die das Pucken wesentlich einfacher machen. Aber auch mit einer elastischen Babydecke hat man nach wenigen Anwendungen den Dreh schnell raus. Auch mein Mann konnte nach zwei - drei Mal zusehen unseren Sohn ohne Probleme richtig pucken!

Wichtig ist es, dass wirklich eng gepuckt wird und das Baby sich nicht "befreien" kann. Sonst bringt der ganze Aufwand nämlich nichts! Strampeln mit den Beinen und Herumfuchteln mit den Armen sollen ja durch das Pucken verhindert werden. Das Baby muss daher so in die Decke gewickelt werden, dass sie sich bei Bewegungs- und Befreiungsversuchen nicht öffnet. Auch wenn das Baby evtl. kurz protestiert - es wird sich bestimmt schnell beruhigen (notfalls mit Schnulli oder Flasche bzw. Stillen).


Hier eine kurze Anleitung für das Pucken:

  1. den oberen Teil der Decke einschlagen
  2. das Baby so auf die Decke legen, dass die Schultern mit dem oberen Rand abschließen und der Kopf frei ist.
  3. den linken Arm fest an den Körper legen und den linken Zipfel der Decke um das Baby herum, unter dem rechten Arm hindurch, wickeln
  4. nun den rechten Arm fest an den Körper legen und den rechten Zipfel der Decke um das Baby herum wickeln.
  5. zum Schluss noch den unteren Teil der Decke nach hinten einschlagen

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Es gibt auch Eltern, die die Decke zusätzlich mit Klebebändern fixieren. Das finde ich persönlich dann doch zu heftig, das hat irgendwie was von einer Zwangsjacke. Smile



Der Pucksack

Wem das Pucken zu kompliziert ist bzw. wer nicht gut damit zurecht kommt, liegt mit einem speziellen Babypucksack richtig. Er ist ähnlich wie ein Babyschlafsack, ist aber enger und bietet daher keinen Platz für größere Bewegungen. Da für Babys ja eh ein Schlafsack empfohlen wird, ist ein Pucksack für die ersten drei Monate vielleicht die richtige Investition! Das Einwickeln mit dem Tuch oder Decke entfällt somit - das Baby wird einfach in den Pucksack gelegt, dieser wird geschlossen - fertig. Am praktischsten sind Pucksäcke mit Klettverschluss - so kann der Pucksack schnell individuell an Größe und Umfang des Kindes angepasst werden. Bei Pucksäcken ist es wichtig darauf zu achten, dass auch die Arme mit in den Sack eingewickelt werden können!

 

Tipp! Ein Pucksack, der diese Voraussetzungen erfüllt ist zum Beispiel der Swaddle Me.



Wie lange pucken?

Das ist schwer zu sagen - ich habe ca. drei Monate lang gepuckt. Danach wurden meine Kinder zu aktiv und wollten auch gar nicht mehr diese Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Es war gar nicht notwendig, das Pucken langsam abzugewöhnen - wir konnten von einen Tag auf den anderen einfach damit aufhören. Bei wem es nicht so einfach klappt, kann jeden Tag (bzw. Nacht) etwas lockerer pucken, bis die Decke (oder der Pucksack) schließlich ganz weg gelassen werden kann. Natürlich kann das Kind auch länger gepuckt werden, wenn es weiterhin dadurch besser schläft! Am besten einfach das Kind entscheiden lassen!

 

 

   
   
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