Thema Erziehung

Geduld beim Abschied von der Windel

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Jedes Kind hat sein individuelles Entwicklungstempo sowie seine persönlichen Vorlieben und Ängste. So braucht auch jedes Kind seine Zeit für den Abschied von der Windel. Erst allmählich wird es sich an den Gang zur Toilette zu gewöhnen. Manche wollen es früher, manche später.

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Wann braucht man Töpfchen oder Sitz?

Allein der Prozess der körperlichen Reifung, der notwendig ist, um Blasen- und Darmfunktion zu kontrollieren, nimmt unterschiedlich viel Zeit in Anspruch. In den seltensten Fällen ist ein Kind vor dem vollendeten zweiten Lebensjahr für den Abschied von der Windel bereit. Bei vielen dauert es auch bis zum dritten Geburtstag oder länger. Nachts ist es schwieriger als tagsüber. Nicht selten benötigen Kinder noch im Vorschulalter zum Schlafen ihre Windeln. Zunächst werden dem Kind die schmutzigen Windeln unangenehm werden. Mit etwa 1,5 verlangen schon viele Kinder von selbst danach, gewickelt zu werden. Später wird der volle Darm oder die volle Blase bewusst wahrgenommen. Die Kleinen verhalten sich unruhig oder hocken sich hin. Viele Kinder beginnen nun, sich für den Gang der Erwachsenen zur Toilette zu interessieren. Jetzt können die Eltern damit beginnen, das Kind zu unterstützen, ein Töpfchen oder einen Baby Toilettensitz kaufen. Kinder erleben dies als einen aufregenden neuen Gegenstand in ihrer Umwelt, den sie gerne ausprobieren möchten. Gerade am Anfang fällt es vielen Kindern leichter, sich aufs Töpfchen zu setzen als auf die Toilette. Manche bekommen Angst, wenn sie sehen, wie ihre Ausscheidungen weggespült werden.



Geduld ist gefordert

Was vielen Eltern nicht klar ist: Ist das „das erste Mal“ auf dem Töpfchen geschafft, ist dies erst der Anfang eines Prozesses, der sich ein Jahr oder länger hinziehen wird. Übrigens im Durchschnitt umso länger, je früher mit den Sauberkeitstraining begonnen wird, haben amerikanische Wissenschaftler bei einer Großumfrage herausgefunden. Um den vierten Geburtstag herum hat der größere Teil der Kinder den Abschied von der Windel geschafft - auch nachts. Davor berichten Eltern von den unterschiedlichsten Gewohnheiten ihrer Kinder. Sie erzählen etwa, ihre Kinder hätten sich recht schnell angewöhnt, Pipi in die Toilette zu machen, bestünden jedoch für „groß“ auf die Windel. Anderen fiel es hingegen gerade am Anfang leichter, einen vollen Darm wahrzunehmen, während die Blasenentleerung noch recht unvermittelt kam.

Was, wenn's schief geht?

Generell bemerken Kinder die Notwendigkeit, die Toilette aufzusuchen, erst, wenn das Bedürfnis wirklich da ist. Dann noch die paar Minuten auszuhalten, die man bis nach Hause braucht, schaffen die meisten anfangs noch nicht und es geht in die Hose. Abwertende Kommentare oder den Ausdruck von Ekel sollte man sich nun auf jeden Fall verkneifen. Sie verunsichern das Kind, das dann wieder darauf bestehen wird, Windeln zu tragen. Den Ekel vor den Exkrementen empfindet das Kind selbst noch nicht. Im Gegenteil, es nimmt seine Ausscheidungen als Teil seiner selbst wahr: etwas, das loszulassen ihm unter Umständen schwer fällt. Je mehr Verständnis Eltern für diesen Umstand aufbringen können, desto weniger wird das Kind unter Druck geraten und Schuldgefühle entwickeln.


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