Thema Geburt

Geburt – wenn plötzlich alles anders kommt

Details Sich damit auseinandersetzen, ohne den Mut zu verlieren

Schwangerschaft und Geburt sind zunächst vollkommen natürliche Vorgänge und keine Krankheiten. In Deutschland verlaufen die weitaus meisten Schwangerschaften und Geburten ohne Komplikationen. Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen die Geburt sich schlagartig von einem Erlebnis, dem man mit gleichermaßen Hoffen und Bangen entgegensieht, in eine belastende Erfahrung wandelt. Plötzlich ist alles anders
Die Gründe hierfür sind so vielfältig wie sich die Reaktionen im einzelnen unterscheiden können. Zunächst spielt eine Rolle, wie die werdende Mutter auf die Geburt vorbereitet ist, welche Erwartungen und Befürchtungen sie damit verbindet. Natürlich wird bei den meisten dieses Ereignis von der Vorfreude getragen, das Kind endlich im Arm halten und das neue Leben auf dieser Erde begrüßen zu können. Die Furcht vor den Schmerzen unter der Geburt und möglicherweise notwendig werdenden Eingriffen ist jedoch mitunter so groß, dass auf einen (vermeintlich einfacheren) Kaiserschnitt ausgewichen wird. Bedeutsam ist weiter, wie bei unerwarteten Verläufen während der Geburt die anwesenden Personen reagieren: wie gut schaffen es Hebammen, Ärzte und ggf. anwesende Begleitpersonen, die Mithilfe der werdenden Mutter und das Vertrauen in das gemeinsame Handeln zu erhalten? Entsprechend ist die Art des unerwarteten Ereignisses bedeutsam: nicht von der Lieblingshebamme entbunden zu werden erfordert andere Bewältigungsanstrengungen als das Zurechtkommen-müssen mit einem ungeplanten Kaiserschnitt oder einer unerwarteten Behinderung des Neugeborenen. Nicht zuletzt beeinflussen die Verarbeitung des Erlebten das Verhalten der Mutter nach der Geburt (lässt sie z.B. die Freude über ihr Kind alles Schwierige schnell vergessen oder fühlt sie sich lange Zeit niedergeschlagen und überfordert) und die Reaktionen ihres unmittelbaren Umfeldes (wird die Wöchnerin bspw. mit Vorwürfen konfrontiert oder erfährt sie Erleichterung durch vielfältige Unterstützung).

Wenn scheinbar gar nichts mehr geht:
Trauer, Verzweiflung, Nicht-mehr-wollen oder Nicht-mehr-können, Angst und Wut gehören zum menschlichen Dasein, gehören zum Leben. Solche Gefühle sind völlig berechtigt, selbst sie wenn für Außenstehende nicht immer nachvollziehbar sind. Es lohnt sich jedoch, sich aufzumachen, sich aktiv mit dem Erlebten auseinanderzusetzen, vielleicht auch Menschen zu suchen, die ähnliche Situationen bereits erlebt haben. Und dabei Geduld mit sich und Respekt davor zu haben, dass schwierige Erfahrungen nicht mit einem Kinobesuch oder anderer Ablenkung verarbeitet sind, sondern noch lange nachklingen können und Zeit brauchen, bis auch sie ein Teil der eigenen Lebensgeschichte geworden sind. Nicht nur die Kinder wachsen, Mütter und Väter bzw. Paare auch. Gerade an solchen Grenzerfahrungen.
   
   
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