Thema Geburt

Die Doula - Professionelle Hilfe bei der Geburt

Details

Doulas machen Frauen Mut. An sie können sich Frauen wenden, die jemanden Erfahrenes bei der Geburt ihres Kindes dabei haben wollen und wo der Partner oder die Freundin nicht in Frage kommen. Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet sinngemäß „Dienerin der Frau“. Neben Hebamme und Arzt steht die Doula während der gesamten Dauer der Geburt zur Seite.

Begleitung durch eine Doula - wozu?

Eine der wichtigsten Gründe für die Begleitung durch eine Doula ist das Gefühl der Sicherheit. Sicherheit für die Frau, dass sie die Geburt bewältigen wird, Sicherheit, dass jemand da ist, dem sie vertrauen kann, der ihr hilft, sie beruhigt, massiert, ermuntert. Prinzipiell kann all das auch der Partner oder eine gute Freundin leisten. Jede Geburt bleibt jedoch eine Grenzerfahrung, und wie frau damit umgeht, ist schwer vorherzusagen, selbst bei denen, die bereits das zweite oder weitere Kinder bekommen. Dann kann es für den Geburtsfortgang von großer Hilfe sein, wenn jemand die Frau bis zum Ende der Geburt unterstützt.

Berufsbild in Deutschland kaum bekannt

Doulas gibt es hierzulande bisher kaum, obwohl der Bedarf nach jemandem, der einfach da ist, der nicht mit der nächsten Schicht wechselt, der Frau vertrauen kann, groß ist. Voraussetzung, um Doula zu werden, ist, selbst eine Geburt überstanden zu haben. Die Berufsbezeichnung ist zwar nicht geschützt, jedoch werden die Doulas über Verbände in zertifizierten Ausbildungsgängen zu allem notwendigen medizinischen Wissen um die Geburt und praktischen Fertigkeiten wie Entspannungsmethoden, Schmerzerleichterung und Kommunikation trainiert. Ihre Leistungen kosten dann zwischen 400 und 500 Euro, 400 für die Rund-um-die-Uhr Erreichbarkeit zehn Tage vor und nach dem errechneten Termin, je 50 Euro für ein bis zwei Vorgespräche dazu.

Wirkung bisher positiv

Die umfassendste Studie zu den Auswirkungen der Geburtsbegleitung durch Doulas aus den USA kommt zu dem Schluss, dass sich die Geburtsdauer um ein Viertel und die Nachfrage nach einer PDA um 60 Prozent reduziert. Selbst Kaiserschnitte werden 50 Prozent weniger durchgeführt. Weitere Untersuchungen zur Wirkung psychosozialer Betreuung während der Geburt stellen fest, dass weniger Schmerzmittel verabreicht werden und die Frauen insgesamt zufriedener mit der Geburtserfahrung waren. Alle Probleme sind durch das Engagement einer Doula jedoch nicht gelöst. Die Reaktionen im Krankenhaus sind bisher geteilt. Zum einen tritt die Doula in das Arbeitsfeld der Hebammen ein, andererseits wird aber genau diese seelische Unterstützung dringend gebraucht, die nur in einer Eins-zu-eins-Betreuung gewährleistet werden kann. Dafür kämpfen die Hebammen, Klinikalltag ist diese bislang noch nicht. Eine Doula kann da erst einmal helfen, für eine gute Erfahrung, für die Mutter und das Kind.

(Artikel adaptiert nach: Sabrina Ebitsch. Bis zum schönen Ende. DIE ZEIT Nr. 33, 6. August 2009, S. 60.)

   
   
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