Thema Gesundheit

Babyschwimmen: Für die Gesundheit und Entwicklung des Kindes

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Wenn kleine Babys im Wasser schwimmen, ist es für sie fast das Natürlichste auf der Welt. Gerade in den ersten Monaten bewegen sich die Kleinen wesentlich sicherer im Wasser als auf dem Trockenen. Schon vor etlichen Jahrhunderten ging das Planschen von Eltern und Baby über die normale Körperreinigung hinaus, in den 70er Jahren wurde dann das Babyschwimmen auch bei uns zunehmend beliebter. Das frühe Schwimmen ist für die Gesundheit und Entwicklung des Kindes genau das Richtige.

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Aktiv im warmen Nass

Vor ihrer Geburt leben Babys neun Monate lang sicher und geborgen im Fruchtwasser der Mutter – da wundert es nicht, dass sich die Kleinen pudelwohl im warmen Nass fühlen. Entgegen der weitläufigen Meinung, Babyschwimmen wäre ein neumoderner Trend, gibt es von Forschern und Völkerkundlern zahlreiche Beweise, die zeigen, dass in allen Teilen der Welt Mütter ihre Neugeborenen mit Wasser vertraut machen. Der Begriff des Schwimmens verwirrt dabei etwas, da hier nicht richtig geschwommen wird. Vielmehr soll der Säugling mit dem Wasser vertraut gemacht werden und die Kleinen sollen die sanften Bewegung und die Leichtigkeit im Wasser gemeinsam mit ihren Eltern genießen. Dabei stehen der Spaß und die Förderung der Bewegung im Wasser absolut im Mittelpunkt und bringen für die Eltern die Möglichkeit, durch den intensiven Körperkontakt und das gemeinsame Erleben die innige Beziehung zueinander zu fördern.

Auch wenn es schon in anderen Teilen Europas lange vor dem 20. Jahrhundert Studien zum Babyschwimmen gab, beginnt die Geschichte in Deutschland erst in den 70er Jahren. Die Ergebnisse der damaligen Studien zeigen, dass sich Säuglinge, die früh mit dem Schwimmen begonnen haben, besser gegenüber Gleichaltrigen verhalten. Sie können sich meist besser an Situationen anpassen, sind selbstsicherer und selbstständiger. Auch sollen die Bewegungen im Wasser die Motorik, den Gleichgewichtssinn und die Beweglichkeit des Kindes fördern und geben dem Baby, vor allem in den ersten sechs Lebensmonaten, eine bessere Körperkoordination. Auch Hersteller und Händler haben sich längst an diesem Trend orientiert und so kann man von Badefiguren über Badewindelhöschen bis hin zu speziellen Schwimmwindeln alles kaufen.

Ab wann ist Babyschwimmen sinnvoll?

mit Baby im WasserAuch wenn es früher hieß, man sollte bis nach den Schutzimpfungen mit dem Babyschwimmen warten, gilt die Empfehlung heute, dass man ab sechs bis acht Wochen mit dem gemeinsamen Schwimmkurs beginnen kann. Man sollte aber immer ganz individuell entscheiden, ob das Baby dafür bereit ist. Ein lautes, öffentliches Schwimmbad kann sehr beängstigend wirken, sodass nicht alle Säuglinge schon so früh mit dem Babyschwimmen beginnen sollten. Manchmal ist es auch völlig in Ordnung, erst mit einigen Monaten mit dem Kurz zu starten, denn Babyschwimmen kann durchaus eine aufregende und damit auch anstrengende Angelegenheit für Mutter und Kind werden. Mütter hingegen sollten zudem darauf warten, dass bei ihnen der Wochenfluss aufgehört hat. Wenn das Kind per Kaiserschnitt zur Welt gekommen ist, sollten Sie auf die Zustimmung des Arztes warten.

Wie gewöhne ich das Baby ans Wasser?

Der Spaß soll beim Kind absolut im Vordergrund stehen. Sie können dazu beitragen, das Baby langsam an das warme Nass zu gewöhnen und ihm beibringen, den Aufenthalt im Wasser zu genießen. Träufeln Sie zunächst vorsichtig etwas Wasser über das Kind oder legen es sanft auf dem Rücken ins Wasser und wiegen es hin und her. So kann sich das Baby langsam an das Gefühl im Wasser gewöhnen. Auch der erste Besuch im Schwimmbad sollte nicht gerade am Wochenende erfolgen, sondern wählen Sie lieber Tage, an denen nicht so viel Trubel herrscht. Gerade durch die hohen Decken der Schwimmbäder hallt es schnell und leises Gemurmel wird zu lauten Unterhaltungen. Vielleicht sollten Sie den ersten Badbesuch mit dem Kleinen auch zu dritt wagen. Bitten Sie die beste Freundin oder den Partner mitzukommen, damit Sie sich entspannt und sicher fühlen. Dieses Gefühl überträgt sich dann auch auf das Baby. Beim ersten Wasserkontakt mit dem Säugling sollte darauf geachtet werden, dass man Nase an Nase und im Augenkontakt mit dem Baby steht. Fühlen beide sich sicher, kann das Baby zum ersten Mal vorsichtig auf dem Rücken auf dem Wasser treiben. Natürlich braucht man nicht unbedingt einen Kurs für Babyschwimmen zu besuchen, um das Kleine an das neue Element heranzuführen. Es empfiehlt sich aber, dass man sich gerade am Anfang vom Profi ein paar Handgriffe zeigen lässt, mit denen man das Baby sicher am Bauch, Kopf oder in der Rücklage halten kann. Nur wenn Sie sich absolut sicher fühlen, können Sie auch alleine mit Ihrem Baby schwimmen gehen.

Worauf sollte man beim Babyschwimmen achten?

Babyfüßchen im WasserGenerell sollte das Wasser mindestens eine Temperatur von 32 bis 34°C Grad haben, damit das Baby nicht friert und sich nicht erkältet. Wenn es nirgendwo eine Auskunft darüber gibt, fragen Sie explizit beim Bademeister nach, der die Temperatur messen kann. Wenn es dem Baby doch zu kalt werden sollte, es ganz fürchterlich schreit, anfängt zu zittern oder sich seine Lippen leicht bläulich färben, sollte man unbedingt aus dem Wasser gehen. Packen Sie es dann schön warm ein, sodass es sich schnell wieder aufwärmt. Mit dem Babyschwimmen sollte man sich langsam steigern: Beginnen Sie erst mit zehn Minuten baden und verlängern Sie bei den nächsten Malen auf 20 Minuten. Ist das Baby jünger als ein Jahr, sollte grundsätzlich nie länger als 30 Minuten geschwommen werden. Um die Gefahr von Pilzerkrankungen und Infektionen zu vermeiden, sollte das Wasser leicht gechlort sein. Leidet das Baby an Hautkrankheiten, klären Sie am besten vorher mit Ihrem Kinderarzt ab, ob das Chlor diese verschlimmert. Auch sonst sollte man das Baby gründlich nach dem Baden abduschen, damit sich das Chlor von der Haut wäscht, und man die Haut des Babys richtig pflegt.. Natürlich sollten Mutter und Kind absolut gesund sein, wenn es zum Schwimmen geht. Ist das Baby erkältet, hat Infekte oder fühlt sich unwohl, sollte das Bad auf jeden Fall gemieden werden.

Checkliste: Das sollten Sie zum Babyschwimmen mitnehmen

  • Schwimmwindeln oder ein leichtes Baumwollhöschen
  • eine warme Decke zum Einkuscheln danach
  • ein warmes Fläschen nach dem Schwimmen
  • einen Bademantel oder ein Handtuch mit Kapuze
  • Badespielzeug für ältere Babys
  • die Wickeltasche
  • einen kleinen Snack für den Hunger danach

 

 

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