Beschwerden in der Schwangerschaft - Was werdende Mütter wissen sollten

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Grundsätzlich ist eine Schwangerschaft eine wunderbare Zeit für werdende Mütter. Doch die außergewöhnliche Lebensphase kann auch mit Beschwerden verbunden sein, die körperlich sowie seelisch negative Auswirkungen mit sich bringen. Schließlich gerät der gesamte Organismus einer Frau während der Schwangerschaft durcheinander und muss sich neu einstellen. Nicht immer sind die Auswirkungen angenehm. Und obwohl lediglich zehn Prozent der Schwangerschaften von ernsthaften medizinischen Problemen geprägt sind, sollten Frauen sich mit den möglichen Risiken auseinandersetzen, um im Ernstfall schnellstmöglich reagieren zu können. Wir haben typische Probleme in Sachen Gesundheit zusammengefasst, die Sie während einer Schwangerschaft begleiten können und einige Tipps zur Linderung aufgeführt.

Standard-Untersuchungen und IGeL

Um das ungeborene Kind und die werdende Mutter vor gefährlichen Krankheiten und Übertragungen zu schützen, werden zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Viele davon werden von den Krankenkassen übernommen. Dabei werden verschiedene Tests durchgeführt, um Erkrankungen frühzeitig festzustellen. Die Früherkennung erhöht die Chancen Mutter und Kind unverzüglich behandeln und vor bleibenden Schäden schützen zu können. Zu den Standard-Untersuchungen gehören Tests zu Chlamydien, Hepatitis B, Syphilis und HIV. Chlamydien sind Bakterien, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Die Krankheit kann zu Frühgeburten führen und ist nicht einfach erkennbar. Zur Bekämpfung wird Antibiotika eingesetzt. Hepatitis B ist auf das Kind übertragbar und kann zu Tot- und Frühgeburten führen. Auch diese Erkrankung wird beim Sex übertragen genauso wie Syphilis, eine weitere Infektionskrankheit, die das ungeborene Kind schädigt und für Totgeburten verantwortlich ist. Auf Wunsch der Mutter wird auf die Immunschwächekrankheit HIV getestet. Wird die Krankheit erkannt, ist es dank medizinischer Behandlungen erfolgreich möglich, die Übertragung von der Mutter auf ihr Kind zu verhindern.

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Ergänzend haben Schwangere die Möglichkeit individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL in Anspruch zu nehmen. Darunter fallen Tests auf Toxoplasmose und Listeriose. Toxoplasmose wird über Erreger beim Verzehren von rohem Fleisch oder über den Kontakt mit Katzenkot auf die Schwangeren übertragen. Die parasitäre Infektionskrankheit muss unbedingt behandelt werden, um verstärkte Auswirkungen zu vermeiden. Listeriose kann beim ungeborenen Kind Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen verursachen. Mütter erhalten den bakteriellen Infekt über Lebensmittel. Rohe Milchprodukte und Fleischsorten gilt es zu meiden.

 

 

Schwangerschaftsdiabetes - Diabetes mellitus

Eine der häufigsten Komplikation während der Schwangerschaft ist Schwangerschaftsdiabetes. Zwischen zwei und 15 Prozent aller Schwangeren leiden darunter. Die Zuckerstoffwechselstörung tritt unter anderem auf, weil der Organismus der Mutter in der Schwangerschaft einen erhöhten Insulinbedarf hat. Kann die Bauchspeicheldrüse das Insulin nicht schnell genug zur Verfügung stellen, erhöht sich der Blutzucker, was fachmännisch als „Diabetes mellitus“ bezeichnet wird. Die Auswirkungen für das Ungeborene können verheerend sein, sollte Schwangerschaftsdiabetes nicht oder zu spät erkannt werden. Es kann zum übermäßigen Wachstum des Kindes kommen was mit Schwierigkeiten bei der Organentwicklung zusammenhängt. Auch den Tod des Fötus kann die Kohlenhydrat-Stoffwechselkrankheit bewirken. In der Regel achten behandelnde Ärzte während der Schwangerschaft bei den Vorsorgeuntersuchungen auf Anzeichen einer Schwangerschaftsdiabetes. Typische Merkmale der Erkrankung sind erhöhter Durst und vermehrte Toilettengänge. Viele weitere Informationen zum Thema finden Sie unter mamilounge.de beim Ratgeberportal zur Schwangerschaft.

Schwangerschaftsvergiftung - Gestose

Ein weiteres Gesundheitsproblem ist die Gestose in der Schwangerschaft. Was früher hauptsächlich als Schwangerschaftsvergiftung bekannt war, wird heute eher EPH-Gestose genannt. Der Begriff Schwangerschaftsvergiftung entstand damals, weil zunächst angenommen wurde, dass giftige Stoffe in der Fruchtanlage für den hohen Blutdruck verantwortlich wären. Bis heute ist nicht eindeutig klar, warum es zu den Beschwerden kommt. Die Abkürzung EPH steht für Edema, Proteinuria und Hypertension. Während Edema Ödeme bezeichnet und Proteinuria für eine Eiweißausscheidung im Urin steht, ist Hypertension der medizinische Fachbegriff für Bluthochdruck. Diese drei Begriffe spiegeln die drei mess- und sichtbaren Symptome der Gestose wieder.

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Der Gestose-Krankheitsverlauf ist zunächst eher unauffällig. Viele Schwangere können in der ersten Phase der Schwangerschaft keinerlei Probleme feststellen. Doch der Blutdruck kann plötzlich außer Kontrolle geraten und unwahrscheinlich schnell steigen. Dieser Zustand kann Mangelernährung des Ungeborenen auslösen. Je nach Zeitpunkt des Auftretens wird von der frühen oder späten Gestose gesprochen. Bei der frühen Gestose kommt es in der Regel vermehrt zum Brechreiz, Juckreiz und Übelkeit. Bei der späten Gestose dagegen sind Wassereinlagerungen, erhöhte Eiweißausscheidungen und Bluthochdruck typisch. Tritt erhöhter Blutdruck auf, empfehlen Ärzte eine ausreichend salzhaltige und ausgewogenen Ernährung, entsprechende Bewegungseinheiten und Ruhe. Eskaliert die Gestose kommt es zur Präeklampsie. Plötzliche Krämpfe und Bewusstlosigkeit prägen das Krankheitsbild. Diese lebensgefährliche Eskalation tritt aber äußerst selten auf.

Fruchtwasser-Austritt

Je nach Körperlage des Kindes, kann es passieren, dass frühzeitig Fruchtwasser austritt. Beispielsweise ist das in kleineren Mengen der Fall, wenn der Kopf des Babys Richtung Becken „gewandert“ ist. Um sicher zu gehen und anderweitige Risiken auszuschließen, sollten die zuständige Hebamme oder der Arzt aufgesucht werden. Der schnellstmögliche Weg ins Krankenhaus mit einem Krankenwagen ist dringend empfehlenswert, wenn eine größere Menge Fruchtwasser im frühen Stadium einer Schwangerschaft austritt. Um zu verhindern, dass die Nabelschnur abgedrückt wird und das Kind tiefer ins Becken rutscht, muss eine liegende Haltung eingenommen und ein möglichst großes Kissen unter das Gesäß geschoben werden.

Übelkeit, Erbrechen und Sodbrennen

Aufgrund der hormonellen Umstellung kommt es während der Schwangerschaft zu weniger gefährlichen, aber lästigen Beschwerden. Dazu gehören Übelkeit und Erbrechen, welche besonders in den ersten Wochen auftreten. Diese gesundheitlichen Probleme sind zwar unangenehm, haben aber keine problematischen Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes. Für Abhilfe sorgen Pfefferminztee und Zwieback vor dem Aufstehen. Kommt es allerdings mehrmals täglich zum Überbrechen und ist die Nahrungsaufnahme über Wochen eingeschränkt, reagieren Ärzte in der Regel mit der Verordnung von Elektrolyten. Sie sollen den Salz- und Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Auch Sodbrennen gehört zu den typischen Leiden. Verursacht wird dies durch das wachsende Baby, das der Mutter auf den Magen drückt und diesen nach oben schiebt. Die Salzsäure im Magen gelangt in die Speiseröhre uns sorgt für das Brennen. Mütter sollten deshalb auf Lebensmittel verzichten, die Magensäure anregen. Dazu gehören beispielsweise scharfe Menüs, Nüsse, Schokolade und fette sowie große Mahlzeiten. Sogenannte Säureblocker wirken mildernd auf Sodbrennen.

Psychische Belastungen 

Die Hormonumstellung begünstigt bei vielen Frauen allgemeine Zerstreutheit und kann zum sogenannten Baby-Blues führen. Aufgrund zahlreicher notwendiger Maßnahmen, Planungen, Anschaffungen und Untersuchungen sowie die Einstellung auf die neue Situation belasten die werdende Mutter psychisch. In der Regel tritt das Stimmungstief in den ersten Schwangerschaftswochen auf, sollte aber schon bald überstanden sein. Darüberhinaus führen körperliche Veränderungen wie Gewichtszunahme und Schwangerschaftsstreifen zu psychischen Belastungen. Beides sind natürliche Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft, die keinesfalls selten auftreten. Bei Schwangerschaftsstreifen handelt es sich um harmlose feine Risse des Unterhautfettgewebes. Sie entstehen weil das Gewebe der Dehnung des Bauches nicht standhält. Die bläulich-roten Streifen verblassen mit der Zeit und werden schmaler. Ganz zurückbilden werden sie sich jedoch nicht. Vorbeugen können Sie mit täglichem Cremen und Massieren des Bauches. Auch Bewegung wirkt sich positiv auf das Bindegewebe aus und fördert die Durchblutung. Da jedoch in erster Linie die Veranlagung für die Dehnungsstreifen verantwortlich ist, sind sie nicht gänzlich vermeidbar. Falls auch Sie unter derartigen „Schwangerschafts-Zipperlein“ leiden oder vielleicht sogar keine Freude über den kommenden Nachwuchs empfinden können, sollten Sie sich deshalb keinesfalls Vorwürfe machen. Diese hormonbedingten psychischen Schwankungen sind völlig normal und nachvollziehbar. Es ist ratsam das Gespräch mit Ärzten, Psychologen und Hebammen aufzusuchen, um die Sorgen direkt anzusprechen.

Bildquelle: tasha, PublicDomainPictures / pixabay.com

   

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