Kuhmilchallergie: Wie Eltern sie erkennen & damit umgehen

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Monatelang wird das Baby mit Muttermilch versorgt, die ihm alle nötigen Nährstoffe spendet. Früher oder später endet die Produktion dieser Milch – dann stellen viele Eltern auf Kuhmilch um. Was aber, wenn das Baby eine Kuhmilchallergie hat und wie erkannt man diese überhaupt?

 

Kuhmilch im ersten Lebensjahr

Sobald die Muttermilch nicht länger zur Verfügung steht, wechseln Eltern zur Kuhmilch; meist ist es schon im ersten Lebensjahr der Kinder so weit. Die sogenannte Pre-Milch bereitet 97 Prozent der Kinder keine Probleme. Eine kleine Minderheit kämpft hingegen mit unschönen Symptomen.
Einem Artikel auf nestlehealthscience.de zufolge äußern sich Kuhmilchallergie-Symptome folgenderweise:

Erbrechen, Durchfall, Hautprobleme, gereizte Atemwege;
doch auch allgemeine Allergiesymptome können auftreten.

Für Eltern ist es schwierig, die Symptome klar und deutlich auf eine Kuhmilchallergie zurückzuführen. Aus diesem Grund wurde 2016 ein Projekt ins Leben gerufen, um die Diagnose dieser Allergie zu verbessern. Einem Artikel auf diepresse.com zufolge kann nun mit einem winzigen Blutstropfen eine Kuhmilchallergie identifiziert werden. Auch andere klassische Allergien auf Haustiere, Gräser, Bäume, Bienen und Wespen sowie Hausstaubmilben kann das neu entwickelte Micro-Array-System erkennen.

Kuhmilchallergie vs. Laktoseunverträglichkeit

Nicht immer haben Kinder gleich eine Kuhmilchallergie; einige leiden schlichtweg an einer Laktoseunverträglichkeit. Worin liegt der Unterschied?
Bei einer Kuhmilchallergie können Menschen keine Nahrungsmittel verzehren, die Milch enthalten, dazu gehören natürlich alle Milchprodukte sowie auch laktosefreie Milch. Eine Alternative ist Sojamilch, von denen einige Sorten speziell mit Kalzium angereichert sind; der Kalziumbedarf kann aber auch durch andere Produkte wie Sojajoghurt gedeckt werden.
Wer an einer Laktoseunverträglichkeit leidet, muss nicht zwingend auf Milchprodukte verzichten. Betroffene können oftmals Sauermilchprodukte (Quark zum Beispiel) konsumieren, da ihr Laktoseanteil gering ist. Leider muss man ausprobieren, wie viel Laktose der Körper verträgt – Eltern sollten jedoch ihre Kinder nicht in Eigenregie testen, sondern die Intoleranz gemeinsam mit einem Arzt ergründen.

Vorsicht bei Sojanahrung im ersten Lebensalter

Sobald eine Kuhmilchallergie diagnostiziert wurde, müssen Eltern die Ernährung ihres Sprösslings anpassen. Sojanahrung wird einen großen Teil des Ernährungsplans einnehmen, jedoch frühestens ab dem ersten Lebensalter. Hormonähnliche Inhaltsstoffe sind in diesen Produkten häufig vorzufinden. Achten Sie beim Kauf unbedingt darauf, dass kein genmanipuliertes Soja verwendet wird. Dieses ist in der EU zwar verboten, landet einer WWF-Studie zufolge dennoch aber auf unserem Speisetisch.

Eiweißbedarf und Co. mit anderen Produkte abdecken

Kuhmilch enthält nicht nur Kalzium, sondern auch Eiweiß, das Vitamin B2 sowie Jod. Diese Nährstoffe müssen über andere Lebensmittel dem Körper zugeführt werden:

  • Neben den genannten Sojaprodukten ist Kalzium auch in geringen Mengen in einigen Gemüsesorten zu finden, aber auch in Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen sowie Gartenkräutern. Setzen Sie auch auf kalziumreiches Gemüse wie Spinat, Brokkoli und Fenchel oder Kalziumpräparate.
  • Der Eiweißbedarf kann über Kartoffeln, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte sowie mageres Fleisch gedeckt werden. Sinnvoll ist auch die Einbindung pflanzlicher Eiweißträger, indem man Mais mit Hülsenfrüchten kombiniert.
  • Das Vitamin B2 ist in Fleisch, Gemüse (Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Erbsen), Kartoffeln sowie Vollkornprodukten reichlich enthalten.
  • Jod wiederum gibt es in jodiertem Speisesalz oder Fisch.

Achtung: Eine Kuhmilchallergie bedeutet nicht, dass Kinder Schafs-, Ziegen- oder Stutenmilch vertragen. Die Eiweiße dieser Tiere sind ähnlich, sodass allergische Reaktionen nicht auszuschließen sind.

In Zukunft die Inhaltsstoffe studieren

Eltern, deren Kinder an einer Kuhmilchallergie leiden, müssen in Zukunft jedes Etikett eines Produkts genau studieren. In vielen Lebensmitteln kommt Kuhmilch zum Einsatz, angefangen bei Schokolade bis hin zu Backwaren.
Das Problem sind Geschäfte, die lose Ware anbieten und bei denen ein Zutatenverzeichnis nicht zwingend gefordert ist. Hier sollte man an der Theke nachfragen, ob Kuhmilch enthalten ist.
Problematisch sind auch Bezeichnungen wie: Das Produkt wird in einer Fabrik hergestellt, in der Milch verarbeitet wird; dieser Stoff kann nicht ausgeschlossen werden (Stichwort: Verunreinigung) – meiden Sie diese Produkte vorsichtshalber.
Achten Sie beim Inhaltsverzeichnis auch auf folgende Begriffe, die darauf hindeuten, dass Kuhmilch verwendet wird:

  • Milchpulver
  • Molke(pulver)
  • Milcheiweiß(protein)
  • Casein
  • Caseinate
  • Lactoglobulin
  • Lactalbumin

Glücklicherweise gibt es auch viele Produkte, die ohne Milch hergestellt werden:

  • Puddingpulver (mit Milchersatz anrühren)
  • Wackelpudding und Fruchtgrütze
  • Frucht- und Traubenzuckerbonbons
  • Sorbet und Wassereis
  • milchfreie herbe oder zartbittere Schokolade

In vielen Läden sind auch Allergielisten zu finden, auf denen die Zusammensetzung eines Produkts genauestens detailliert wird; solche Listen finden Sie selbst bei großen Fast-Food-Franchisen, sei es an der Theke oder im Internet.

Einige Kinder werden tolerant

Eine Kuhmilchallergie im frühen Lebensalter bedeutet nicht, dass das Kind lebenslang auf dieses Getränk verzichten muss. Studien haben gezeigt, dass einige Kinder nach einer ein- bis zweijährigen Diät eine Toleranz entwickeln und sich normal ernähren können. Ohne Zweifel sollte der Arzt den Fortschritt des Kindes dokumentieren und feststellen, ob das Kind tatsächlich tolerant gegen die bis dahin unverträgliche Kuhmilch geworden ist. Wenn diese Entwicklung nicht eintrifft, muss es auf Kuhmilch lebenslang verzichten. Eltern sollten ihrem Kind helfen, sich milchfrei zu ernähren. Auch der Verzicht der gesamten Familie kann der betroffenen Person helfen.

   
   
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