Thema Gesundheit

Selbstregulation für das Leben

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Über das Potential, das in uns steckt

Selbstregulation kann als die Fähigkeit beschrieben werden, im Einklang mit sich selbst zu leben. Erforscht wurde sie u.a. durch Ronald Grossarth-Maticek, den im Rahmen der Krebsentstehung und -heilung die Frage nicht losließ, warum manche Menschen in wesentlich schlechterer körperlicher Verfassung unerwartet lange (über)lebten, andere mit deutlich besserer Prognose schnell verstarben. Die Selbstregulation hat sich in diesem Zusammenhang als die wichtigste psychische Einflussgröße herausgestellt. Sie ist jedoch nicht nur für solche Grenzerfahrungen oder die Erhaltung der Gesundheit bedeutsam, sondern genauso entscheidend für eine gute Gestaltung des Alltags, den Erfolg von Fußballmannschaften, das Zurechtkommen mit großen Veränderungen wie der Übergang von Partnerschaft zu Familie bis hin zur Entwicklung ganzer Gesellschaften.

Grundannahmen
Selbstregulation bedeutet, dass Menschen aktiv immer wieder nach Wohlfühlen, Lust und Sicherheit streben, körperlich genauso wie psychisch. Dabei kann man sich diese drei Aspekte wie zu verschiedenen Zeitpunkten und in verschiedenen Bereichen unterschiedlich volle Fässer vorstellen. Auf einer abenteuerlichen, selbst organisierten Urlaubsreise in eine bisher völlig unbekannte Region mit fremder Kultur hat man vielleicht viel Spaß und fühlt sich außerordentlich wohl, die Zeit scheint zu verfliegen. Allein die Auswahl von Speisen mag jedoch schon große Unsicherheit bergen, ob das wohl genießbar, verträglich und schmackhaft sein wird. Dagegen bleibt man unter Umständen bereitwillig im momentanen, wenig Freude bringenden Arbeitsverhältnis zugunsten der Sicherheit im Sinne finanzieller Planbarkeit, die gerade mit der Gründung einer Familie an Bedeutung gewinnt. Entscheidend ist, dass die Antworten, was in dieser oder jener Situation das Beste ist, für jeden einzelnen anders ausfallen. Jeder Mensch ist einzigartig und braucht unterschiedliche Dinge, um sich wohl, angeregt und sicher zu fühlen.

Selbstregulation bewusst nutzen
Jede und jeder trägt die Fähigkeit zur Selbstregulation bereits in sich. Ein einfaches Beispiel: Wenn uns der Hunger quält, essen wir und fühlen uns danach wieder gut. Komplexer wird es schon, wenn wir bemerken, dass wir ziemlich erschöpft sind und es sich anfühlt, als ob eine Grippe im Anmarsch ist. Die optimale Antwort wird hier unterschiedlich ausfallen: die eine schöpft wieder Kraft durch das kurzfristige Ignorieren der Symptome und der Freude über den erfolgreichen Abschluss des Vorhabens. Der andere weiß, dass jetzt nur Hinlegen und Schlafen hilft und ist am nächsten Tag wieder fit. Wichtig ist, gut auf die inneren, ganz eigenen Impulse zu hören. Der Verstand, der uns im allgemeinen vor größerem Unsinn bewahrt, bleibt uns ja trotzdem noch.

Selbstregulation zum Nutzen aller
Für das eigene Wohlbefinden zu sorgen, hat nichts mit Egoismus zu tun. Um für andere da sein zu können – und das auf lange Sicht, nicht nur ein paar Jahre bis zur völligen Erschöpfung – muss es einem selbst gut gehen. Das gilt für die körperliche Konstitution genauso wie für die seelische Befindlichkeit. Oft und schwer heben und tragen kann nur der, dessen Rücken dies erlaubt, mit guter Laune anstecken nur die, die selbst fröhlich ist. Sich um sich zu kümmern lohnt sich – für sich und für andere. 

   
   
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