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Wissenschaft Baby: Interessante Studien zu Verhaltensmustern in der Säuglingsentwicklung

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Die ersten Lebensmonate eines Babys sind von komplexen geistigen und physischen Entwicklungsprozessen geprägt. In Sorge um das Wohlergehen des Kindes ist es daher üblich, dass sich die Gedanken der frischgebackenen Eltern stets um Frage drehen, was gut oder schlecht für den Nachwuchs ist. Und da es nicht möglich ist, die Gedanken des Kindes nachzuvollziehen und es seine Bedürfnisse nicht artikulieren kann, könnten Ihnen folgende Studien dabei helfen, die Verhaltensmuster Ihres Babys besser zu verstehen.

 

Gemeinsames Schlafen hat keine negativen Auswirkungen auf die spätere Selbstständigkeit

Hat das Baby länger als drei Stunden durchgeschlafen, verzeichnen Eltern dies als erziehungsbedingten Erfolg – schließlich sei der Nachwuchs so später selbstständiger. Entgegen dieser allgemeinen Meinung haben Forscher herausgefunden, dass solch positiven Entwicklungen auch und gerade durch das gemeinsame Schlafen induziert werden. In erster Linie wachen Babys häufig auf, da sie keine innere Uhr besitzen und die Muttermilch in dem kleinen Magen nur kurz gespeichert werden kann. Doch die Unruhe rührt auch von einem Urinstinkt her, denn unsere Vorfahren verbanden das alleinige Schlafen stets mit Gefahr. Schlafen Eltern mit ihren Babys in einem Zimmer oder sogar Bett, wird die Bindung gestärkt, die Körpernähe wirkt beruhigend und das Kind schläft länger durch. Darüber hinaus beweisen Studien, dass die sogenannten „Familienbettkinder“ durchaus früh emotional beständig und reif sind. Möchten Sie das gemeinsame Schlafen mit Ihrem Baby ausprobieren, können Sie entweder die Wiege ins Zimmer stellen oder Ihr Kind mit zu sich nehmen. In diesem Fall ist es wichtig, Ihr Bett dementsprechend säuglingsgerecht auszustatten: Ideal ist eine Matratze aus Kaltschaum, die in verschiedenen Härten erhältlich ist, und von der Sie ein mittelhartes Modell wählen. So wird die noch steife und nicht zur S-Krümmung ausgebildete Wirbelsäule des Babys geschont. Weiterhin sollten Sie dicke Daunenbettwäsche vermeiden, Stofftiere beiseitelegen und durch atmungsaktive Kissen und Decken ersetzen, um die schnell schwankende Körpertemperatur des Babys konstant zu halten.

Stillen ist besser als Muttermilch aus der Flasche

Milch aus der Brust statt aus der Flasche macht schlauer? Obwohl die gleiche Flüssignahrung verabreicht wird, haben Forscher aus Providence anhand eines Langzeittests herausgefunden, dass sich die Art der Verabreichung auf die Entwicklung des Babys auswirkt. Hierfür wurden die Gehirnaktivitäten von 100 Säuglingen und Kindern im Alter zwischen zehn Monaten und vier Jahren im Schlaf überwacht. Im Fokus stand dabei die Entwicklung der weißen Myelinsubstanz, die im Wachstumsprozess für die Verbindung der Nervenfasern zuständig ist. Die Forscher teilten die Säuglinge in drei Testgruppen auf: Die Babys der ersten wurden drei Monate lang an der Brust gestillt, jene der zweiten mit einer Mischung aus Muttermilch und Milchersatz versorgt, die dritte lediglich mit einem Ersatzprodukt – am Ende stellte man fest, dass sich die Areale im Gehirn der dritten Gruppe um bis zu 30 Prozent langsamer entwickelten als die der Stillbabys. Das bedeutet, dass sich die Verabreichung über die Brust positiv auf emotionale und kognitive Wahrnehmung auslöst und das Kind letztlich früher sein Denk- und Sprachvermögen ausbildet.

Beruhigen durch Schaukeln: Ein urzeitlicher Instinkt

Wenn das Baby schreit, führen Sie stets folgenden Ablauf durch: Sie stehen auf, nehmen Ihr Kind auf den Arm, schaukeln es und gehen umher – der Säugling beruhigt sich und schläft wieder ein. Aber warum? Eine japanische Wissenschaftlerin ist diesem einfachen und alltäglichen Phänomen auf den Grund gegangen, als ihr die Reaktion bei Labormäusen aufgefallen ist. Und da zuvor niemand das Verhaltensmuster näher analysiert hat, lud sie zwölf Mütter und ihre Babys im Alter von sechs Monaten zur Versuchsdurchführung ein. Die Säuglinge wurden mit Elektroden ausgestattet, die die Herzfrequenz aufzeichnen. Erwartungsgemäß verlangsamte sich diese, wenn das schreiende Kind im Gehen geschaukelt wurde. Doch setzte sich die Mutter hin oder hielt den Säugling nur ruhig im Arm, fing das Baby erneut an zu schreien. Die Kombination der drei Faktoren spielt also eine wichtige Rolle – und das nicht ohne Grund, denn der Vorgang ist auf den Urinstinkt zurückzuführen: Da unsere Vorfahren stets auf der Hut vor Feinden waren, entwickelte sich ein ausgeprägter Fluchtinstinkt. Bei akuter Gefahr nahm die Mutter das Kind und lief davon – das Signal wurde auf das Baby übertragen, sodass es in der Bewegung innehielt und nachließ, zu schreien.

Babys sprechen vor dem ersten Wort

Spricht das Kind sein erstes Wort, sind die Eltern emotional gerührt – denn in vielen Fällen beginnt die Artikulation mit dem Wort „Mama“ oder „Papa“. Dies hängt mit der Zusammenstellung und simplen Aussprache der unkomplizierten Silben zusammen. Doch was viele nicht wissen: Laut einer Gruppe von Hirnforschern der University of Washington in Seattle üben Babys das Sprechen offenbar schon vor der ersten Artikulation – und zwar in ihrer Vorstellung. Im Schnitt fängt ein Kind im 13. oder 14. Lebensmonat an zu reden, weshalb Babys im Alter von sieben bis elf Monaten als Testpersonen ausgewählt wurden, welche die Forscher mit fremdsprachlichen und muttersprachlichen Lauten „beschallten“. Dabei standen die auditiven sowie motorischen Areale des Gehirns im Fokus der Untersuchung. Jene Säuglinge im Alter von sieben Monaten reagierten auf beide Sprachen: Dass eine auditive Reaktion stattfand, war zu erahnen, doch die Aktivität der motorischen Bereiche zeigt, dass Babys schon im frühen Alter die Wortbildung üben. Stärker wurde dies an den älteren Kleinkindern deutlich: Beim Hören der Fremdsprache wurden die motorischen Gehirnareale stark gereizt: Den Babys fiel es in ihrer Vorstellung schwer, die Laute in Mund- und Zungenbewegungen zu übertragen. Nicht umsonst reagieren Säuglinge positiv auf die gern angewandte und langsame Babysprache – was folglich zur Imitation und dem ersten „Mama“ oder „Papa“ führt.

Bilder:
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