Thema Schwangerschaft

Endlich schwanger! Richtiger Umgang mit dem Arbeitgeber

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Kaum hat sich die erste Euphorie nach dem positiven Schwangerschaftstest gelegt, fühlen sich viele Frauen von den anstehenden Aufgaben überwältigt. Immerhin gilt es nicht nur, das Baby im Bauch zu versorgen und die Erstausstattung zu kaufen. Auch im Job müssen Regelungen getroffen werden, die zur Schwangerschaft und der darauffolgenden Elternzeit passen. Das aber ist nicht immer einfach, denn manche Arbeitgeber sind wenig begeistert, wenn eine Mitarbeitern schwangerschaftsbedingt ausfällt. Daher ist es wichtig, die eigenen Rechte zu kennen und alle nötigen Schritte sorgfältig zu planen.

Quelle: StockSnap (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Wann muss die Schwangerschaft mitgeteilt werden?

Grundsätzlich gibt es keine Pflicht, den Arbeitgeber so schnell wie möglich über die Schwangerschaft in Kenntnis zu setzen. Viele Frauen warten daher am liebsten ab, bis die magische 12-Wochen-Grenze überschritten und die Schwangerschaft somit sicher ist. Grundsätzlich ist dieses Vorgehen nicht falsch. Insbesondere das Risiko einer Fehlgeburt während der ersten Wochen ist ein guter Grund, noch etwas mit der Bekanntgabe zu warten. Sollte sich der Schlimmstfall nämlich einstellen, sind Frauen dann nicht mit Mitleidsbekundungen und dem Interesse ihrer Kollegen konfrontiert.


Die Kollegen sollten erst nach dem Chef von der Schwangerschaft erfahren. (Quelle: Free-Photos (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Trotzdem ist es nicht immer gut, möglichst lange zu warten. Die Maßnahmen, die der eigene Arbeitgeber laut Mutterschutzgesetz treffen muss, sind nämlich erst dann verpflichtend, wenn er von der Schwangerschaft weiß. Frauen, die im Job schwer heben oder mit anderen riskanten Situationen umgehen müssen, sollten daher nicht zu lange warten. Hier kann es sich lohnen, schon frühzeitig mit dem Arbeitgeber zu sprechen. Was keinesfalls zu empfehlen ist, sind Enthüllungsgespräche mit Kollegen, bevor der Chef Bescheid weiß. Das nämlich kann im Zweifel für Ärger sorgen.

Sobald der Arbeitgeber von der Schwangerschaft weiß, muss er die besonderen Vorgaben des Mutterschutzgesetzes berücksichtigen. So ist es nicht erlaubt, Schwangere Frauen besonderen Risiken oder schwerer körperlicher Arbeit auszusetzen, da dies die Gesundheit des Babys und der werdenden Mutter gefährden könnte. Gleiches gilt für lange Arbeitszeiten sowie Tätigkeiten mit Nachtdienst. Nach der Änderung des Mutterschutzgesetzes im Januar 2018 ist es Schwangeren zwar erlaubt, nach zwanzig Uhr und an Sonn- sowie Feiertagen zu arbeiten, das aber muss ausdrücklich genehmigt und in ihrem Sinne sein. Weitere Informationen rund um die aktuellen Änderungen hat poko.de zusammengefasst.

Nach der Mitteilung an den Arbeitgeber kann es für die nächsten Monate im Job wie gewohnt weitergehen. Schwangere genießen nun einen besonderen Kündigungsschutz und können sich in Ruhe mit der Planung ihrer Elternzeit befassen. Diese Aufgabe ist entscheidend für später, denn auch die Rückkehr in das Berufsleben wird von ihr beeinflusst. So sollten Schwangere auch mit ihrem Partner über die Elternzeit sprechen und überlegen, wie lange sie zuhause bleiben wollen oder können. Eine statistische Erhebung zeigt, dass Frauen im Schnitt 11,6 Monate in Elternzeit gehen, während Männer 3,1 Monate in Anspruch nehmen. Auch das mögliche Aufteilen dieser Zeit sollte daher besprochen werden.

Das Mutterschutzgesetz: Pause vor der Geburt

Eine Schwangerschaft geht schnell vorüber. Auch wenn Frauen sich spätestens im dritten Trimester fühlen, als zöge sich die Zeit wie Kaugummi, kommt der letzte Arbeitstag meist schneller als gedacht. Um nicht unter Stress zu geraten, sollten Schwangere daher etwa vier Monate vor dem errechneten Geburtstermin ein weiteres Gespräch mit ihrem Arbeitgeber führen und über ihre Pläne rund um Elternzeit und Wiedereinstieg sprechen. Gut ist es hier, wenn zuhause bereits alles geklärt werden konnte. Das rechtzeitige Gespräch ermöglicht es dem Arbeitgeber, die Rückkehr der Schwangeren einzuplanen und ihr gegebenenfalls Angebote rund um Teilzeitarbeit oder auch Home Office zu unterbreiten. Auch während der Elternzeit gilt Kündigungsschutz, weswegen Schwangere vor der Unterredung keine Angst haben müssen.


Vor der Geburt darf sich die Schwangere einige Wochen lang ausruhen. (Quelle: alexandraamendess (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Im Mutterschutzgesetz geregelt ist auch, dass Schwangere rund sechs Wochen vor dem geplanten Entbindungstermin nur dann arbeiten dürfen, wenn sie das ausdrücklich wollen. Ansonsten gilt hier die Mutterschutzfrist, in der Frauen zuhause bleiben dürfen. Nach der Geburt dann gilt eine weitere Schutzfrist von rund acht Wochen, die sich bei Mehrlingsgeburten oder auch Frühgeburten auf zwölf Wochen verlängert. Wird das Baby vorzeitig entbunden, werden die bisher nicht in Anspruch genommenen Tage zur Schutzfrist nach der Geburt addiert.

Sonderfall Beschäftigungsverbot: Gesundheit geht vor

Nicht immer ist es einer Schwangeren möglich, während der Monate vor der Geburt zu arbeiten. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die so schwer wiegen, dass die Beibehaltung der Arbeitstätigkeit eine große Gefahr darstellt. In diesem Fall ist es möglich, dass der behandelnde Gynäkologe ein Beschäftigungsverbot ausspricht. Dieses Verbot wird dem Arbeitgeber im Anschluss schriftlich mitgeteilt, sodass er sich möglichst schnell um Ersatz kümmern kann. Auch hier gilt: Keine Angst, es besteht Kündigungsschutz.


Ein Beschäftigungsverbot dient dem Schutz der Gesundheit des Babys und der Mutter. (Quelle: StockSnap (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Das Ziel des Beschäftigungsverbotes ist, Frau und Kind gesund durch die Schwangerschaft zu bringen. Das Repertoire an möglichen Gründen ist daher sehr groß. So können beispielsweise Frauen, die eine Muttermundschwäche haben, Mehrlinge erwarten oder bei denen eine Frühgeburt droht, ein Beschäftigungsverbot erhalten. Gleiches gilt, wenn der Arbeitsplatz eine Gesundheitsgefahr darstellt, bei der ein Zusammenhang zur Schwangerschaft besteht. Auch Frauen, die unter heftigen Rückenschmerzen leiden, wenn sie am Schreibtisch sitzen, könnten daher ein Beschäftigungsverbot erhalten. Zudem kann mangelnde Immunität gegen bestimmte Erreger zu einem solchen Verbot führen. Das gilt beispielsweise für Frauen, die in Kindertagesstätten, Kinderarztpraxen, Kliniken oder auch bei Tierärzten arbeiten und nicht immun gegen Zytomegalie, Ringelröteln oder Toxoplasmose sind. Die jeweilige Immunität wird beim behandelnden Arzt im Rahmen einer Blutuntersuchung bestimmt.

Während des Beschäftigungsverbotes müssen sich Schwangere keine Sorgen hinsichtlich ihrer Bezahlung machen. Der Arbeitgeber muss weiterhin ein Gehalt zahlen, das mindestens dem Durchschnitt der letzten drei Monate vor der Schwangerschaft entspricht.

   

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