Thema Schwangerschaft

Selbstregulation in der Schwangerschaft: Kleine Taten, große Wirkung

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Neun Monate lang ist alles anders

Schwangerschaften sind ganz besonders sensible Phasen im Leben einer Frau. Schwanger zu sein geht mit vielfältigen körperlichen und seelischen Veränderungen einher und erfordert, sich auf diese Veränderungen einzustellen. Das meiste reguliert der Körper auf ganz natürliche Weise. Jedoch bedeuten nicht nur das Ausbleiben der Monatsblutung und der wachsende Bauch mit dem bald zu spürenden Baby eine Ausnahmesituation, sondern auch die vielen neuen Fragen brauchen eine Antwort. Geht es dem Baby gut im Bauch? Wie wird die Geburt verlaufen? Wie wird das Elternsein gelingen? Wird noch Zeit als Paar bleiben? Wie geht es beruflich weiter? Wie reagieren Freunde und Verwandte auf den Nachwuchs? Meistens wird dies alles von der großen Freude getragen, ein Kind zu erwarten. Massive Stimmungsschwankungen können jedoch selbst bei gewünschten Schwangerschaften auftreten. Mit einer guten Selbstregulation1 kann Frau sich selbst helfen.

Mit Kleinigkeiten beginnen
Durch eine bewusste Selbstregulation, d.h. durch einen achtsamen Umgang mit den eigenen Bedürfnissen, lässt sich viel zum eigenen Wohlbefinden und zu einem guten Verlauf der Schwangerschaft beitragen. Die Selbstregulation stellt zwar „nur“ eine Einflussgröße unter vielen dar, dennoch lohnt es sich, behutsam und in kleinen Schritten zu beginnen und unmittelbare Wohltaten zu genießen. Das ist nicht nur sofort angenehm, sondern sorgt auch auf lange Sicht für körperliche und seelische Gesundheit. Schon so kleine Dinge, wie z.B. darauf zu achten, dass frau mit dem größer werdenden Bauch eine angenehme Körperhaltung einnimmt oder umhergeht, wenn ihr danach ist, können spürbar Erleichterung verschaffen. Darüber hinaus: Was kann ich z.B. jeden Tag für ein paar Minuten tun, das mir Freude bereitet? In Anbetracht des erhöhten Flüssigkeitsbedarfs als Schwangere: was trinke ich wirklich gern? Was könnte mir den Alltag erleichtern, womit kann ich mir Gutes tun? Mit welchen Menschen bin ich gern zusammen, mit welchen nicht? Was hat mich bisher genervt, gestresst, und was davon kann ich vielleicht weglassen oder anders machen? Das Geheimnis besteht darin, die spontanen Ideen, die hierzu kommen, ernster als bisher zu nehmen und genau zu überlegen, was davon als „Unsinn“ oder unrealistisch abgetan wird und was tatsächlich ohne viel Mühe zu einer Verbesserung des Alltags „mit Bauch“ beiträgt.

Wenig, regelmäßig und mit Freude
So wie es im Sport oder beim Spracherwerb auf das regelmäßige Training ankommt, so sind es die kleinen, unscheinbaren, aber kontinuierlichen Veränderungen, die nachhaltige Erfolge zeigen. Am besten mit etwas beginnen, das so einfach umzusetzen und beizubehalten ist wie das Zähneputzen. Wer bei den ersten Ideen überlegt, dass dazu im hektischen Alltag doch keine Zeit bleibt, sollte überlegen, zu welchen dieser Ideen frau wirklich Lust hat und was ggf. passieren müsste, damit diese leicht zu verwirklichen sind. Diese neun Monate sind schließlich auch eine Chance für die Zeit danach.

Weiterlesen können Sie in den Artikeln „Selbstregulation unterstützt die Geburt“, „Mit Selbstregulation vom Paar zur Familie“ hier im BabyMagazin auf allesumsbaby.de. Lesenswert sind weiterhin die (wissenschaftlichen) Arbeiten von Ronald Grossarth-Maticek (z.B. Selbstregulation, Autonomie und Gesundheit, Berlin: de Gruyter, 2002) und Gerhard von der Lehr zum Thema Selbstregulation.

1 (zum Begriff vgl. hier den BabyMagazin-Artikel „Selbstregulation für das Leben“)


   
   
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