Das Kindchenschema – Warum sind wir so verrückt nach unseren Kleinen?

Details

Was Babies mit unserem Gehirn anrichten

Große Kulleraugen, dicke Pausbäckchen, ein rundes großes Köpfchen mit einer hohen Stirn, Stupsnase und knubbelige Arme und Beine – das sind die Dinge, die uns eindeutig sagen lassen: „oh ist das niedlich!“
Sehen wir ein Baby, löst der Anblick in unserem Gehirn ein riesiges Glücksgefühl aus, das bei Frauen stärker ausgeprägt ist als bei Männern.

Wiedermal hat die Natur etwas Sagenhaftes geschaffen, damit wir uns verpflichtet fühlen, uns um die kleinen, niedlichen Geschöpfe zu kümmern. Streicheln, knuddeln, küssen – wir können einfach nicht widerstehen. Ob der Winzling nun zum zehnten Mal nachts schreit oder das frischgewischt Laminat bekleckert… Auch wenn man noch nicht selbst Mama ist, wir möchten immer wieder gern in die Kinderwägen von anderen Eltern schauen und es kribbelt im Bauch wenn man kleinen Kindern beim Spielen zuschauen kann. Die Kleinen müssen einfach behütet werden.

Dem österreichischen Verhaltensforscher Konrad Lorenz haben wir es zu verdanken, dass wir wissen, dass die Natur uns durch die genannten Merkmale an die Nachkommen bindet und in uns ein Fürsorgeverhalten auslöst. Erst 1943 hat nämlich der Österreicher einen Begriff für dieses Wunder geprägt: Das Kindchenschema. Natürlich gilt im Tierreich die gleiche Regel. Hilfsbedürftige, unschuldige kleine Wesen dürfen einfach nicht allein gelassen werden. Der Anblick eines Babies sagt uns: „Ich bin klein und schwach. Ich brauche deine Hilfe, du musst mich beschützen vor den bösen Einflüssen der gesamten Umwelt!“ Etwas biologischer ausgedrückt: Sobald das Kindchenschema auf uns einwirkt, wird im Gehirn das sogenannte Belohnungszentrum aktiviert und löst Glücksgefühle aus. Und wir sind höchst motiviert – los geht’s mit dem „Bemutteln“.

Das Kindchenschema in der Werbung

Wir kennen es nur allzu gut: Kleine Kätzchen, Hunde und andere zuckersüße Tierbabies. Neben „echten“ Kindern werden immer wieder Tiere eingesetzt ein Produkt zu kaufen. Es muss doch gut sein, frei von Schadstoffen, uns wohlfühlen lassen und einfach sein. Einem (menschlichen oder tierischen) Nachkommen werden nun mal keine negativen Eigenschaften zugerechnet. Egal ob da der neue Babybrei von Hipp vorgestellt wird, ein Neuwagen von Fiat oder die Allroundversicherung von XY. Überall sind Kinder zu finden, die unsere Instinkte wecken und uns damit durch die Werbung verführen. Auch Slogans wie „Mama, hört Strom nie auf?“, „Kinder einfach glücklich machen.“ oder „Damit aus kleinen Jungen ganze Kerle werden.“ sprechen immer wieder direkt die Kunden an aber auch versteckt wie „Innovativ denken, verantwortlich handeln.“ und „Wir geben Zukunft ein Zuhause.“ Ständig wird der natürliche Beschützerinstinkt angesprochen. Wir sollen ein Produkt erwerben, damit es den Kleinen und auch uns immer gut geht.
Auch Kuscheltiere, Kinderfilme und Spiele greifen das Phänomen auf. Wer findet den kleinen Nemo nicht niedlich und hinreißend, den Schnuffel aus der Handywerbung (auch wenn er nervig ist) zum Anbeißen oder Winnie Pooh zum Knuddeln?

Da hat sich die Mutternatur wieder was Tolles einfallen lassen. Und natürlich reagieren auch Männer auf das Kindchenschema sensibel. Doch sie sind eben nicht so leicht beeinflussbar wie wir Frauen – immerhin müssen auch sie die Starken sein, die uns Frauen immer beschützen können Wink.

   
© 2014 - AllesumsBaby.de

Template by LernVid.com