Thema Stillen

Stillen – im 21. Jahrhundert?

Details Einige grundsätzliche Gedanken

In unserer technisierten Zeit muten so natürliche biologische Vorgänge wie Gebären und Stillen wie Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten an. Der Begriff „Wunschkaiserschnitt“ bringt deutlich zum Ausdruck, dass es heutzutage kein Problem mehr ist, die unter der Geburt zu erwartenden Schmerzen zu umgehen. Ebenso ist das Stillen, zu dem es früher kaum Alternativen gab, heute zu einer bewussten Entscheidung geworden wie die Wahl von Betreuungsmöglichkeiten oder Schlafgelegenheiten für das Baby. Wie wir sehen werden, mag es gute Gründe, und zwar für Mutter und Kind, geben, auf  das Stillen zu verzichten. Leichtfertig wäre es jedoch, dieses Geschenk der Natur zu übersehen, nur weil es ohne vermeintlich viel bequemer geht und fertige Milchnahrung im Überfluss vorhanden ist.


Stillrealität
Die Bilder in zarten Farbtönen, in denen Mama sanft lächelnd ihrem Säugling die Brust gibt, sind uns allgegenwärtig. Nichts und niemand scheint die beiden zu stören, ihr Glück scheint vollkommen. Erstaunlich ist: das stimmt sogar. Stillrealität sieht aber auch anders aus, wie sie kaum gezeigt wird. Völlig übernächtigte Wöchnerinnen mit tiefschwarzen Rändern unter den Augen, Verzweifeln allein schon bei der simplen Frage, welche Seite der Brust gerade dran ist, von allerlei Schmerzen ganz abgesehen. Schlimmstenfalls hat man das schreiende Baby durchs Stillen gerade beruhigt, fängt das kleine große Geschwisterchen an, vor Eifersucht zu toben.

Es gehört ganz schön viel dazu
In Anbetracht dessen würde frau gar nicht darüber nachdenken und auf Alternativen ausweichen, zumal noch eine ganze Reihe weiterer Fragen eine große Rolle spielen: Kann ich mir überhaupt vorstellen, dem Baby meine Brust zu geben? Wie soll ich bloß wissen, ob mein Baby satt geworden ist? Wird das Stillen nicht hinderlich für meine (weiter ganz wichtige) Beziehung zum Papa des Kindes? Wie soll das gehen, wenn ich schon bald wieder arbeiten will? Heißt das nicht auch, dass ich kaum noch Zeit für mich habe, während meine Freunde weiter unbeschwert ausgehen? Bedeutet das alles nicht einfach zu viel Stress, in erster Linie natürlich für mich, aber wenn ich ganz geschafft und unzufrieden bin, habe ich ja auch nicht so viel Geduld für mein Baby? Nicht zuletzt: meine Mutter hat mich doch auch nicht gestillt – warum also sollte ich?

Stillen fängt im Kopf an und hört dort auch wieder auf
Mit Vernunft allein kann man der Stillfrage also nicht beikommen. Aber wer von denen, die bereits Kinder haben, hätte sich jemals in Kenntnis allen Übels, das einen damit (auch) erwartet, wirklich für Kinder entschieden? Also bleibt erst einmal das Ausprobieren. Ob man es sich vielleicht nicht doch zutrauen will. Ob das Baby mitmachen wird (Bestimmt!). Ob es hier und da doch unerwartet leichter wird, weil es anderen ganz ähnlich geht und man die Erfahrungen miteinander austauschen kann. Vielleicht macht es sogar unbeschreiblich Freude, das kleine Wesen schützend im Arm zu halten und ihm die vertraute Brust zur Beruhigung und zum Wachsen zu geben. Oder man ist plötzlich ganz stolz zu stillen und auch dadurch einen guten gemeinsamen Anfang zu haben. Für viele ist bei ihrer Entscheidung die prophylaktische Wirkung des Colostrums, der Erstmilch, und der körpereigenen Milch für Babys Gesundheit besonders wichtig. Und schließlich ertappt sich frau, wie sich Begeisterung einstellt über die Unabhängigkeit, für Babys Nahrung in den ersten Monaten einfach alles perfekt dabei zu haben: zu Besuch, beim Einkaufen, im Urlaub...  Übrigens: Abstillen geht immer. Mit viel Salbeitee.

Weitere Information finden Sie auf den Seiten der La Leche Liga (www.lalecheliga.de), bei der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e.V. (www.afs-stillen.de) und natürlich da, wo Sie entbinden wollen, sowie bei Ihrer Hebamme. Alles Gute!
   
   
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